Blick in ein schwarzes Loch

Loch | Quelle: Pixabay.com | Lizenz: CC0 / GemeinfreiErstmals wollen Astronomen mit einem Radioteleskop in ein schwarzes Loch „hineinschauen“.

Wobei das im Grunde genommen ein wenig falsch ausgedrückt ist.

Sie planen, mit dem „Event Horizon Telescope“ (kurz „EHT“) die Strahlung zu messen, die vom supermassiven Schwarzen Loch im Zentrum unserer Galaxis (Sagittarius A) ausgeht. Das EHT, welches eigentlich ein Zusammenschluss von neun Radioteleskopen ist, soll dazu bereits im April mit den Messungen beginnen.

Immer dann, wenn sich Objekte einem schwarzen Loch zu stark nähern, werden diese in seinen Graviationstrichter gezogen und beginnen immer schneller und enger um das schwarze Loch zu kreisen bis sie dann eines Tages verschluckt werden bzw aufprallen und dabei komplett zerrissen werden. 

Durch diesen Vorgang werden riesige Mengen an Strahlung und Partikel-strömen frei, die bis tief in den Weltraum geschleudert werden. Anhand dieser Strahlungswerte versuchen die Forscher etwas mehr über Form, Struktur und Beschaffenheit von schwarzen Löchern herauszufinden.

Man vermutet schon länger, dass diese gewaltigen und extremen Objekte dafür verantwortlich sind, die Galaxien im Universum zusammen zu halten. Laut dem aktuellen Stand der Wissenschaft verfügt nahezu jede größere Galaxie über ein schwarzes Loch im Zentrum. Möglicherweise ermöglichen diese auch erst die Entstehung von Galaxien.

Active Black Hole | Quelle: NASA.gov | Lizenz: CC0 / GemeinfreiEs gibt aber auch weitere Theorien zu schwarzen Löchern. Wie man bereits festgestellt hat, wird aus den Polarregionen aktiver schwarzer Löcher ein Partikelstrahl in das Universum abgegeben.

Während ein schwarzes Loch also die Reste von Planeten, Sonnen und dergleichen „verspeist“ wird ein Teil des Materials wieder in das Universum zurück geschleudert. Das bedeutet an der Stelle aber gleich zwei Dinge.

1.) Es ist sehr wohl möglich, den Ereignishorizont eines schwarzen Loches wieder zu verlassen. Wenn auch nicht an einem Stück.

2.) Die auf diese Weise abgesonderte Materie könnte sich an anderer Stelle im Universum eventuell wieder zu Nebeln zusammenfinden und dann als Ausgangsmaterial für neue Sterne und Planeten dienen.

Ich vermute daher, dass die schwarzen Löcher zum einen an der Expansion des Universums beteiligt sind und zum anderen als eine Art Recycling-Netzwerk dienen, welches alten Planeten sowie ausgebrannten Sternen zu neuem Leben verhelfen könnte.

Von daher bin ich sehr auf die Erkenntnisse gespannt, die das Team am EHT sammeln wird. Bis die Daten aber ausgewertet sind, werden noch einige Monate ins Land ziehen.

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