Das Ende der Netzneutralität

Ist dies das Ende der Netzneutralität so wie wir sie kennen?

Serverraum im CERN (Schweiz) | Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license. | Author: Florian Hirzinger – www.fh-ap.com
Serverraum im CERN (Schweiz) | Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license. | Author: Florian Hirzinger – www.fh-ap.com

Die US-Aufsichtsbehörde FCC hat einen Plan gebilligt, dem im Juli eine folgenschwere Entscheidung folgen könnte.

Dieser Plan sieht vor, bestimmten Datenpaketen wie zum Beispiel Videos Vorrang auf der Datenautobahn zu geben. Bis Juli werden jetzt noch Beiträge von Spezialisten dazu eingefordert und dann kommt es zur Abstimmung.

Bisher ist es so, dass jedes Datenpaket im Internet, gleich seines Typs, seiner Herkunft oder seiner Größe im Internet gleich behandelt wird. Sollte die FCC jedoch mit Ihrem Vorhaben Erfolg haben, so können in Zukunft gewisse Bandbreiten-Reserven vorgehalten werden oder auch bei Bedarf gesperrt werden um vermeintlich wichtigere Informationen zu priorisieren.

Die Gefahr, welche davon ausgehen könnte, ist eine möglichen Zweiteilung des Internets; einem Zweiklasssen-Internet. So können reiche Unternehmen ihren Datenverkehr priorisieren lassen um sich somit Wettbewerbsvorteile zu sichern, welche für kleinere Firmen nicht finanzierbar sind.

Auch befürchten bereits diverse Internetkonzerne wie Google, Facebook und co., dass die Breitbandanbieter diese künftig stärker zur Kasse beten werden. Die gigantischen Datenmengen, welche von solchen Diensten über das Internet transportiert werden sind ein verlockendes Ziel für die Provider. Durch eine Möglichkeit Daten zu priorisieren (oder eben nicht) könnte eine Art Erpressungswelle ins Rollen gebracht werden, welche für datenintensive Unternehmen eine enorme Bedrohung darstellen würde.

Zwar haben die US angekündigt, die Aufsicht über das Internet in Zukunft internationalen Händen zu übergeben, doch die Entscheidung des FCC würde in erster Linie Konsequenzen auf die vereinigten Staaten haben und würde daher vermutlich selbst bei einer offenen Ablehnung durch die Aufsichtsbehörde ICANN legitim sein.

Zu dumm nur, dass alle großen Netzdienste aus den USA kommen…

Schreibe einen Kommentar