Der Anfang eines Kastensystems

Foto: nachtlichter, „lines in the sky“, CC-Lizenz (BY 2.0) http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de Das Bild stammt aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.deDa schillern sie, die glänzenden Türme internationaler Banken und Konzerne. Hinter diesen Türen werden heutzutage weitreichende Entscheidungen getroffen, die massivsten Einfluss auf die geopolitische Situation und das Leben auf der Erde insgesamt haben.

So ist es inzwischen bekannt, dass Weltkonzerne deutlich mehr Einfluss auf die Politik nehmen, als unsere Politiker uns glauben lassen möchten. Frei nach Harvey Friedmann:

Gib mir die Macht über die Währung eines Landes und es ist egal wer dessen Gesetze macht

Ein eindrucksvoller Beweis für diese These ist ein Patent, welches kürzlich vom US-Konzern Facebook eingereicht und von der US-Patentaufsicht genehmigt wurde.

Ein Zitat aus diesem Patent:

„Wenn ein Individuum einen Kredit beantragt, prüft der Kreditgeber die Kreditwürdigkeit der Mitglieder des sozialen Netzwerks, die mit dem Individuum […] verbunden sind.“

Das bedeutet im Klartext: Wenn ich nun zur Bank gehe und einen Kredit beantragen möchte, so scannt die Bank mein Facebook Profil, prüft mit wem ich befreundet bin und wenn meine Freunde nach Auffassung der Bank nicht kreditwürdig sind, so bekomme auch ich mein Geld nicht.

Hinter einem aus Sicht der Banken nachvollziehbaren System verbirgt sich an dieser Stelle jedoch auch ein sehr mächtiges, gesellschaftspolitisches Instrument, welches in geringsten Fall die Kluft zwischen Arm und Reich weiter verbreitern wird.

Denn für jede Unternehmung, die Nachhaltige Besserung in eine Situation bringen kann ist in der westlichen Welt ein Haufen Geld notwendig. Das gilt auch für nahezu jede, noch so gute Idee. Doch was passiert, wenn man nun nicht mehr nur nach der eigenen Situation sondern auch nach der jeweiligen Situation seiner Freunde beurteilt wird? Noch dazu nach der Situation von Freunden auf Facebook? (Und das ist ja nur die Spitze des Eisbergs)

Ganz einfach: Es dauert nicht lange, bis alle erfolgreichen Personen Angst davor haben, sich mit den weniger erfolgreichen sehen zu lassen. Es wird also um so nachhaltiger ein Klassenbild geformt, welches stark an das Prinzip von Adel und Pöbel erinnert. Und das ist natürlich nicht alles: Wenn man einmal unten ist und wieder „raufkommen“ möchte, so ist das nahezu ausgeschlossen, es sei denn man entsagt sämtlichen Freundschaften aus der direkten Umgebung oder der gleichen sozialen Schicht.

Das wird letztlich bewirken, dass der „Pöbel“ sich untereinander bekämpft, verleugnet und keine sozialen Bindungen mehr schließt – Bis hin zur eigenen Familie. Die Folge wird eine leicht zu regierende, in sich isolierte und total verängstigte Unterschicht sein.

Apropos: Man sollte nun nicht meinen, dass es einfach reichen würde, ein Facebook Profil auf „privat“ zu stellen. Denn damit steht man heutzutage automatisch unter Generalverdacht. Schöne, neue Welt! Das macht gleich wieder Lust auf ein wenig Abendlektüre.

Was haltet ihr davon? Nachvollziehbarer und gerechter Schritt gegen die Massenverschuldung oder ein Weg in die totale Hilflosigkeit des gemeinen Volkes? Schreibt mir eure Meinungen.

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