Der Fall Intel – Dieselgate der Computerbranche?

CPU | Quelle: Pixabay.com | Lizenz: CC0 / GemeinfreiIn den letzten Tagen ging mal wieder ein Aufschrei durch die Medien. Sicherheitsexperten fanden (eigentlich aber schon letztes Jahr) eine kritische Sicherheitslücke in allen INTEL-Prozessoren der letzten 10 Jahre, die es einem Programm unter gewissen Umständen erlaubt, gesicherte Speicherbereiche auszulesen, die eigentlich dem Kernel vorbehalten sind und somit sensible Daten wie beispielsweise Kennworte auszulesen.

Wie inzwischen bekannt, lässt sich dies nur durch umfangreiche Softwareupdates der Betriebssysteme beheben – Die auch bereits in der aktuellen Woche für Windows und Linuxsysteme ausgerollt werden. Doch diese Updates verlangsamen die Computer – Je nach CPU muss mit Abstrichen von 5% bis 30% gerechnet werden.

Nur die aktuellste Generation von INTEL’s Prozessoren ist davon nicht betroffen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

In der ganzen, letzten Dekade war INTEL quasi unangefochtener Alleinherrscher im Bereich Performance-CPU’s. Gegenüber dem Hauptkonkurrenten AMD, der seine Marktanteile mitunter nur durch den geringeren Preis erhalten konnte, war man mit einem INTEL-Prozessor immer performanter unterwegs. Für einige User könnte sich das aber schon bald ändern.

Die laut Analysten derzeit vorhergesagten Leistungseinbußen durch die neuen Sicherheitspatches entsprechen dabei interessanterweise in etwa den Geschwindigkeitsvorteilen in der Vergangenheit gemessener Benchmark-Tests gegenüber den direkten Konkurrenzprodukten.

Im Grunde genommen liegt es daran, dass die meisten INTEL CPU’s der letzten 10 Jahre ihnen vorgelegte Codes ohne größere Sicherheitsprüfung direkt ausführen – Auch wenn eine Prüfung auf Anwendungssicherheit erforderlich wäre. Damit kann man die Performance natürlich boosten ohne Ende.

Nun bleibt natürlich abzuwarten, inwieweit die aktuellsten Patches nun wirklich einen messbaren Einfluss auf die Performance haben werden – Und, ob es in Zukunft auch noch kompaktere Patches geben wird, die das Problem mit weniger Aufwand adressieren können. Das werden erst die nächsten Wochen und Monate zeigen.

Wenn man jedoch wirklich spürbare Leistungseinbußen erleben wird, sollte man meines Erachtens nach – ähnlich wie bei’m Dieselgate – Nachbesserungsansprüche an den Hersteller geltend machen dürfen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man und darf man dem Hersteller natürlich keinen Vorsatz unterstellen – Aber es ist schon bezeichnend, dass die aktuellste Generation der Prozessoren dieses Problem nicht mehr hat, was zumindest darauf hinweisen könnte, dass man sich im Hause INTEL der Sache wohl bewusst war.

Auch interessant ist, dass Intel-Chef Krzanich erst kürzlich 80 Prozent seiner Unternehmensaktien verkauft hat. Wie passend.

Wie bereits erwähnt – Selbstverständlich gilt zunächst die Unschuldsvermutung. Aber wenn sich wirklich herausstellen sollte, dass INTEL die Sicherheitsprobleme kannte und bewusst in Kauf genommen hat um den Vorsprung gegenüber der Konkurrenz auszubauen oder gar erst AUFzubauen – Dann sollte man das Unternehmen meiner Ansicht nach verpflichten, die Kundschaft zu entschädigen.

Auch dass die neueste Generation CPU’s dieses Problem nicht mehr haben – Und die Lücke kurz nach dem Release der neuen Plattform bekannt wurde gibt Anlass zur Hellhörigkeit.

Ich bin wirklich gespannt, wie es in Zukunft weiter gehen wird und was dazu noch alles an’s Licht kommt. Ich bin bisher immer zufrieden mit den Prozessoren von INTEL gewesen – Das wäre für mich als langjähriger Kunde schon wie ein Schlag in die Magengegend. 

Aber wer weiß – Vielleicht geht ja auch alles gut aus!


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2 Gedanken zu “Der Fall Intel – Dieselgate der Computerbranche?

  1. Benchmarks mit ersten Versionen des Patches zeigen, das es zumindets auf Windows Systemen nur ganz minimale Einschränkungen gibt, auch auf älteren Prozessoren. Auf Unix Systemen sieht das ganzen etwas anders auch, da kostet es mehr Leistung.

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