Der richtige Webhoster – Ein Test im Test

Binary | Lizenz: CC0 / GemeinfreiDen richtigen Webhoster zu finden ist heutzutage gar nicht mal so einfach – Öfters wurde ich auch schon gefragt, wo ich meine Seiten hoste und wie zufrieden ich so bin.

Zum Glück gibt es ja inzwischen allerhand Testberichte, Vergleiche und Empfehlungslisten im Internet. Also bin ich selber mal auf die Suche gegangen um zu schauen, wie ich aktuell so aufgestellt bin. Dazu habe ich mir mehrere Webhosting-Tests angeschaut und möchte heute auf den vermutlich besten hinweisen – Auch wenn es meines Erachtens nach einige Schwächen gibt – Insbesondere in Bereichen, die solchen Tests in der Regel fehlen.

Ob Blog, Forum oder persönlicher Steckbrief im Internet – Für alles benötigt man logischerweise einen Webhoster. Für die einzelnen Programme oder Content Management Systeme sind dann neben dem benötigten Speicherplatz natürlich noch eine Reihe Erweiterungen notwendig, in der Regel sind das PHP und mySQL. Um das Ganze abzurunden benötigt man dann noch ein oder mehrere Emailadressen und natürlich die eigene Domain.

Das sind alles Komponenten, die zum absoluten Standard gehören und bei so wirklich jedem Hoster vorhanden sind. Oft definieren sich die Unterschiede ab diesem Punkt nur noch über die Anzahl der mitgelieferten Domains, Mailadressen, die Größe des Speicherplatzes und natürlich über den Preis.

Schauen wir uns also am besten zunächst einmal den aktuellen Test vom Portal „Netzsieger“ an:
http://www.netzsieger.de/k/webhosting

Wie bereits zuvor erwähnt, gibt es im Internet unzählige verschiedene Tests und Vergleiche – Netzsieger stellt das Ganze meines Erachtens nach aber am übersichtlichsten dar und bietet die meisten Kriterien. So findet ihr neben Speicherplatz, Domains, Mailadressen und dergleichen auch noch Informationen zu eventuellen Preis-Sonderaktionen, dem verwendeten Betriebssystem eures künftigen Servers sowie allerhand Konfigurationsdetails. Im Grunde genommen also das Gleiche, was man auf den lustigen Produktzusammenfassungs-Schildchen vor Elektroprodukten in einem Elektrofachmarkt eures Vertrauens zu lesen bekommt. Das sind ohne Zweifel wichtige Informationen aber ein wichtiger Punkt fehlt mir in allen Tests, die ich mir angeschaut habe: Die Erfahrungswerte.

Ein Journalist, der entsprechende Testberichte zusammenstellt und die dazu nötigen Informationen sammelt, sollte demnach unbedingt auch die Meinungen bisheriger Kunden der einzelnen Anbieter einholen. Oftmals geht das natürlich über die Webseite des einzelnen Providers – Aber auch diese sind nicht wirklich aussagekräftig. Denn selbst, wenn ein Provider alle Kommentare und Bewertungen seiner Nutzer ungeschminkt und unzensiert auf der eigenen Webseite präsentiert so werden diese Umfragen meistens aus Daten zusammengestellt, die in den ersten Tagen eines neuen Kunden bei eben diesem Provider erhoben werden.

Um es anders zu formulieren: Die Frage, ob man zufrieden ist bekommt man meistens als Neukunde innerhalb weniger Tage nach Vertragsabschluss gestellt. Und da Neukunden erst einmal vom Support bevorzugt behandelt werden und die meisten Fragen erfahrungsgemäß am Anfang auftauchen, kommt man hier auf wenig objektive Äußerungen. Wenn die komplexeren Nüsse gibt es meist erst dann zu knacken, wenn man schon eine Weile dabei ist. Wie verhält es sich beispielsweise bei Vertrags Up- oder Downgrades? Oder wenn man für sein Blog beispielsweise eine Variable in der Konfiguration des Webservers geändert haben möchte? Wie schnell und zuvorkommend ist der Support denn bei Bestandskunden? Die Antworten darauf erfährt man meistens erst viel später.

Nun habe ich zum Glück schon einige Webhoster „durch“ und stimme in den meisten Punkten mit „Netzsieger“ überein – Jedoch würde ich aufgrund dieses Testberichtes nicht meinen Provider wechseln. Um fair zu bleiben: Der Test richtet sich meiner Meinung nach auch eher an Neukunden, da ein Serverumzug in der Regel auch ein Gewaltakt ist, den unbedarfte Nutzer nur schwer bewältigen können.

Positiv überrascht bin ich von der Tatsache, dass mein Provider sich immerhin mit in der Liste befindet: http://all-inkl.com/webhosting/ – Allerdings nur auf Platz 7, was ich persönlich jetzt schade finde. Ich bin bereits selber Kunde bei den höher platzierten „Strato“, „1&1“ sowie „HostEurope“ gewesen:

Strato verkauft gerne Pakete an User, von denen sie wissen, dass früher oder später ein Upgrade erforderlich sein wird- Bis dahin ärgert man sich über diverse Einschränkungen in der Serverkonfiguration.

1&1 bietet zwar eine große Palette an Einstellungen in seinem Backend an – Von den Datenschutz bzw. Datenweiterverarbeitungsrichtlinien der 1&1 Media AG bin ich aber nicht wirklich überzeugt. So kann es vorkommen, dass man nach relativ kurzer Zeit plötzlich Werbung von vermeintlichen Partnern erhält. So auch bei GMX – Einer Tochter des gleichen Unternehmens.

Bei HostEurope hatte ich einen vServer – Hier waren trotz geringer Auslastung (Ein IRC Bot, ein BNC und ein Teamspeak mit einem Dutzend aktiven Mitgliedern) angeblich ständig die Serverkapazitäten erreicht. Statt einer Warnmeldung wurden dann willkürlich Prozesse beendet. Der Support meinte damals nur, ich würde als „Hardcore User“ wohl gezwungen sein, einen dedicated Server zu mieten. Dazu ein Hinweis: Zu einem Viertel des Preises betreibe ich nun seit knapp 3 Jahren einen Server bei netcup, der nie Probleme dieser Art hatte. Auch sind mir hier noch nie patzige Antworten seitens des Supports untergekommen – Sondern nur schnelle, präzise und sachkundige Informationen auf meine Fragen.

Wie bereits oben angemerkt, betreibe ich meine Webseiten jedoch nicht über netcup – Hier liegen nur die erwähnten Anwendungen. Die Webseiten selber liegen bei All-Inkl.com deren Support ich auch nur lobenswert erwähnen kann. Außerdem bietet All-Inkl eine vernünftige, stabile Benutzeroberfläche, die mir allerhand Einstellungsmöglichkeiten gibt – Bis hin zum selektiven Steuern meiner Apachemodule. Es gab noch kein Plugin und keine Software, die ich nicht zum Laufen bekommen hätte.

Und das macht bei mir einen guten Provider aus.

Mein Fazit: Webhosting Vergleiche sind eine super Anlaufstelle um sich einen Überblick über die erbrachten Leistungen einzelner Portale einzuholen. Auf Basis dieser Informationen kann man sich zumindest schon mal einzelne Provider in die engere Auswahl holen. Ab da ist man allerdings auf sich selbst gestellt und sollte sich auf jeden Fall noch die Meinungen anderer Nutzer hinzu holen. Dabei sollte man den Kundenbewertungen auf den Websites der Provider nur geringe Beachtung schenken, da diese oft nicht objektiv genug sind. Echte Erfahrungswerte kommen nur mit der Zeit – Allgemeine Technikforen wie zum Beispiel auf www.heise.de oder www.golem.de sind dazu sehr gute Anlaufstellen.

Den Fachjournalisten, die solche Testings zur Verfügung stellen, sollte man in jedem Fall also ans Herz legen, auch die Meinungen von Bestandskunden zu recherchieren. Zudem wäre eine Sternebewertung auf der Testseite nicht schlecht. So kann man User mit einbeziehen, die regelmäßig Portale wie eben Netzsieger besuchen.

2 Gedanken zu “Der richtige Webhoster – Ein Test im Test

  1. ich bin mit meinen vServer bei HostEurope …. und muss sagen sehr zufriesen. für 12,99 € …. hab aber oft Festplattenauslastungswarnungen, was aber nix zu sagen hat lt. Support.

    Das Problem bei HostEurope ist, das P2P absolut nicht gerne gesehen ist, vorallem IRC Bouncer. TS Server mit geringer Auslastung werden „tolleriert“ aber sollte nicht übertrieben werden.

    Das aber Prozesse beendet werden bei hoher auslastung, hab ich noch nicht habt, obwohl ich bei den früheren vServer (musste umziehen auf ein stärkeres System und gleichzeitig besseres Paket zum gleichen Preis) auch öfters Prozessorauslastungs und Speicherauslastungswarnungen hatte.

    • Naja das kommt dem aus meinem Bericht ja schon sehr nahe. Für meine Applikationen also auch hier denkbar ungeeignet. Was will man da also noch mit einem vServer?

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