Der sinnlose Hype um Proxima Centauri B

Proxima Centauri | Foto: NASA | Lizenz: Public Domain / GemeinfreiDie Suche nach Exoplaneten boomt wie niemals zuvor. Beinahe täglich entdecken Wissenschaftler mithilfe modernster Weltraumobservatorien wie beispielsweise dem Kepler Teleskop neue Planeten.

Der aktuellste Hype dreht sich um „Proxima Centauri B“ – Einem Gesteinsplaneten in einem direkten Nachbarsystem. Genau genommen ist das Doppelsternsystem, welches man gemeinhin nur als „Alpha Centauri“ kennt, mit nur knapp über 4,3 Lichtjahren Entfernung das der Erde am nächsten gelegene Sonnensystem.

Um so erstaunlicher ist es natürlich, dass es selbst dort einen Exoplaneten in der habitablen Zone gibt, der zugleich auch die richtige Größe hat – Faktor 1,3 zur Erde. Nun philosophieren natürlich alle gleich darauf los, ob es dort Leben oder gar eine außerirdische Zivilisation geben könnte.

Ich möchte euch kurz mitteilen, warum ich zumindest Letzteres für relativ unwahrscheinlich halte.

Nehmen wir für einen Moment an, der Planet würde über eine stabile Atmosphäre sowie Wasser in flüssiger Form verfügen um Leben – so wie wir es kennen – zu ermöglichen. Das alleine wäre natürlich schon eine Sensation. Aber ich für meinen Teil würde dort nicht gerne leben wollen, denn:

1.) Der Planet läuft in nur 11 Tagen um seine Sonne
Das ganze Jahr dauert also nur 11 Tage. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was das für Wetter mit sich bringt. Hierzulande stöhnen ja schon alle rum, wenn es im Wechselsommer 2016 mal heiß, mal kalt und regnerisch wird. Wie soll das erst werden, wenn die vier Jahreszeiten in nur 11 Tagen durchgerödelt werden?

2.) Proxima Centauri ist ein roter Zwergstern
Und rote Zwerge sind für massive Sonnenausbrüche bekannt. Immer wenn unsere Sonne „ausbricht“, müssen bereits bestimmte Satelliten in eine Art „Safe Mode“ geschaltet werden, damit durch den auf die Ausbrüche folgenden Elektronischen Impuls keine Systeme gebraten werden. Um das Jahr 1910 herum gab es auch mal einen riesigen Ausbruch auf der Sonne, welcher dazu geführt hat, dass in den USA reihenweise Telegraphenmasten in Flammen aufgegangen sind.

Wenn man sich nun vorstellt, dass das in der Nähe von Proxima Centauri zum Tagesgeschäft gehört, dann sollte man sich noch mal überlegen, ob der Umzug dorthin den ganzen Stress wert ist.

Außerdem bringen solche Ausbrüche auch jedes Mal eine große Menge Röntgen- und Gammestrahlung mit sich. Ein ausgedehntes Sonnenbad würde ich also vermeiden und ggf. immer eine Bleiunterhose mit mir führen.

3.) Der Planet bewegt sich höchstwahrscheinlich in einer „gebundenen Rotation“
Das heisst: Eine Seite ist immer der Sonne zugewandt und eine Seite immer der Sonne abgewandt.

Wenn es dort Leben gibt, so findet man dieses vermutlich nur nahe der äquatorialen Zone. Ein kleiner Streifen in der Planeten-Mitte auf dem Leben möglich ist, lässt vielleicht einige Tierarten und ganz bestimmt auch Bakterien und so etwas zu – Aber ich glaube nicht, dass sich in so einer Zone eine hochentwickelte Zivilisation entwickeln könnte. Wenn es dort etwas in der Art gibt – Dann ist es sicher nur ein Forschungs-Außenposten von irgend einem anderen kosmischen Nachbar.

Fazit:

Selbst wenn die Atmosphäre sowie das Magnetfeld des Planeten stark genug sind, um die massiven Temperaturunterschiede auszugleichen, die durch seine gebundene Rotation entstehen und um dem enormen Strahlenbombardement seiner Sonne entgegenzuwirken, dürfte es aufgrund komplexer Wettersituationen und einer nur relativ kleinen zur Kolonisation geeigneten Fläche ein für unsere Verhältnisse sehr ungemütlicher Ort sein. Leben kann dort – wenn überhaupt – meiner Ansicht nach nur in primitiver Form bestehen.

Landwirtschaft könnte möglich sein – Der Planet dürfte aber nur eine moderate Bevölkerungsanzahl permanent ernähren können. In den „extremen Regionen“ des Planeten könnte es aber durchaus bizarre Lebewesen geben, die es geschafft haben, sich auf die schwierige Umgebung und auf eine sehr brutales, unwirtliches Ökosystem einzustellen.

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