Deutschland, armes Deutschland

Foto: Mark Knobil, „Kabul Kids“, CC-Lizenz (BY 2.0) http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de Das Bild stammt aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.deVon Elend, Flüchtlingen und Menschenrechten.

Man liest aktuell wieder viel von der Situation der Flüchtlinge, welche nach traumatischen Erlebnissen in ihren Heimatländern einen vermeintlich sicheren Hafen in Deutschland gefunden haben. Im Zuge dessen geht der Aufschrei „Deutschland tut weh, Mama“ durch das Internet. Und mal ganz ehrlich: Wenn Menschen, die dem Krieg, der Zerstörung, dem Hunger, der Misshandlung und Vergewaltigung ausgesetzt waren bei uns Hilfe suchen und dann in einem Land wie Deutschland solche Zustände vorfinden dann kann es einem doch nur noch schlecht werden.

Es fehlt praktisch an allem, wie die Zeit berichtet. Kleinkinder und Babys müssen Hackfleisch essen, welches sie nicht verdauen können und bekommen davon Durchfall. Weil kein Babybrei da ist. Viele Kinder leiden an Blasenentzündungen und Erkältungen, weil sie bis vor kurzem aus Platzmangel bei kalten Temperaturen in Zelten auf dem Hof schlafen mussten. Es gibt keine richtigen Behandlungsräume und die Kinder dürfen erst zum Arzt gehen, wenn Sie schon schlimmste Schmerzen haben.

Hinter dem, was da ganz nach dritter Welt klingt, verbirgt sich aber die Situation von Flüchtlingen in München, Berlin und Würzburg. Ein Armutszeugnis für Deutschland und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Mediziner der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“, welche man sonst in Afrika oder dem mittleren Osten vorfindet haben es jetzt gar nicht mehr weit. Sie bleiben gleich im Land und fahren nur eine Stadt weiter.

Die Kommunen beschweren sich darüber, dass sie mit der Organisation sowie finanziell vom Bund allein gelassen werden. Und auf der anderen Seite protestieren Anwohner gegen den Bau neuer, moderner Flüchtlingsheime. Es sind Menschen, von denen wir hier reden!

Das Traurige daran ist, während diese traurigen Nachrichten durch die Medien rasseln, diskutiert Deutschland jetzt darüber, ob unsere Ampeln zum versüßen der Wartezeit mit Ping-Pong-Spielen aufgerüstet werden sollen. Entschuldigung, aber spätestens jetzt muss ich mich übergeben.

Bevor man darüber diskutiert, ob ein Flüchtlingsheim „die Nachbarschaft verschandelt“ oder ob eine Ampel zu langweilig ist um die Wartezeit ohne ein Computerspiel überleben zu können, sollte man sich mal andere Beispiele in der Welt anschauen. Schauen wir zum Beispiel mal in den Libanon.

Dieser kleine Staat mit nur 4,5 Millionen Einwohnern hat in den letzten Monaten über 1,2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Und bei uns brüskiert man sich über ein paar tausend mehr. Derzeit gibt es in ganz Deutschland ca. 84.000 Flüchtlinge, die vor dem Terror des IS aus Syrien geflohen sind. Ach ja, aber die griechischen Banken brauchen ja unsere Hilfe mit weiteren 1,8 Milliarden Euro. Und hey, ein neues, weiteres Terminal für den Katastrophenflughafen „BER“ im Wert von 300 Millionen Euro darf es dann auch noch sein.

Und während das Hilfsprogramm für Flüchtlinge in Deutschland versagt, man diese höchstens aus Prestigegründen aufnimmt (im gleichen Zuge wie wieder höhere Diäten für die Politikerbande beschlossen werden) sind es mal wieder wir vom einfachen Volk die gefordert sind. Bitte fragt bei eurer Stadtverwaltung nach, wie man helfen kann. Möglicherweise gibt es noch das ein oder Andere, was ihr im Keller oder auf dem Dachboden habt und was ihr entbehren könnt. Scheinbar sind selbst alte Decken und Kleider wieder Mangelware in unserem Land geworden.

Wer mag kann natürlich auch spenden. Eine kleine Auswahl an Hilfsorganisationen für die Flüchtlinge in Deutschland findet ihr hier im Beitrag ganz unten. Bitte beteiligt euch und teilt diesen Aufruf – Denn die Flüchtlinge haben in unserem Land keine Lobby außer den rechtschaffenen Bürgern des Landes selbst.

BUNDESWEIT:
Die Organisation Terre des hommes unterstützt viele Projekte.
Spendenkonto: Terre des hommes, Stichwort: „12068 Flüchtlingskinder in Deutschland“, Kontonummer 700 800 700, Volksbank Osnabrück, BLZ 265 900 25

ESSEN:
ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen
Spendenkonto: Kontonummer: 1600626, Sparkasse Essen, BLZ 36050105

BERLIN:
Xenion – Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte
Spendenkonto: Kontonummer 3052403, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 10020500

BONN:
AsA e.V. – Ausbildung statt Abschiebung
Spendenkonto: Kontonummer: 62356, Sparkasse Köln-Bonn, BLZ: 37059108

BREMEN:
Refugio Bremen
Spendenkonto: Kontonummer: 107 12 81, Sparkasse Bremen, BLZ 290 501 01

HAMBURG:
Fluchtpunkt Hamburg
Spendenkonto: Kontonummer 126 811 22 97, Hamburger Sparkasse, BLZ 200 505 50

JENA:
Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge
Spendenkonto: Kontonummer 2300211, Bankhaus Max Flessa kG, BLZ 793 301 11

LINDAU:
Exilio – Hilfe für Flüchtlinge und Folterüberlebende e.V.
Spendenkonto: Kontonummer 400 700 , Bodenseebank Lindau, BLZ 73369821,

MÜNCHEN:
Refugio München
Spendenkonto: Kontonummer 8827800, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 700 205 00

STUTTGART:
Refugio Stuttgart
Spendenkonto: Kontonummer 414387, EKK Stuttgart, BLZ 520 604 10

VILLINGEN-SCHWENNINGEN:
Refugio Villingen-Schwenningen
Spendenkonto: Kontonummer 96116, Sparkasse Schwarzwald-Baar, BLZ 69450065

WEIDEN:
Arbeitskreis Asyl Weiden e.V.
Spendenkonto: AK Asyl Weiden, Kontonummer: 620 461 772, Sparkasse Oberpfalz Nord, BLZ 753 500 00

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Foto: Mark Knobil, „Kabul Kids“, CC-Lizenz (BY 2.0)
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