E-Zigarette: Die Panik vor der Explosion

Explosion | Quelle: Pixabay.com | Lizenz: CC0 / GemeinfreiEs ist wieder so weit – Die Medienkampagnen zur Diskreditierung des E-Dampfens sind im Moment wieder voll auf Tour.

Auffällig ist zum Beispiel derzeit ein Artikel in der BILD-Zeitung, demzufolge ein Mann in Florida durch die Folgen einer Explosion seiner Dampfe ums Leben gekommen ist.

Ich habe mir den Artikel mal angeschaut – Und habe so eine Vermutung woran das gelegen haben könnte.

Eines vorweg: Es ist jetzt keine allgemeine Panik angebracht.

Zu den Details:

Dem armen Kerl ist sein Akkuträger explodiert, dadurch sind Splitter des Geräts durch den Raum geschossen und in seinen Kopf eingedrungen. Dazu natürlich meine Anteilnahme und mein Beileid.

Laut BILD gab es darüber hinaus zwischen 2009 und 2016 insgesamt 195 Unfälle mit E-Zigaretten. Hier wird also schon wieder auf die Paniktrommel geklopft.

Dazu schon mal erstens:
2009 steckte die Technologie noch in den Kinderschuhen – Es gab kaum Websites und Geschäfte bei denen sich Dampfer wirklich informieren konnten. Die Geräte sind im Allgemeinen inzwischen wesentlich sicherer geworden und Sicherheitshinweise gibt es inzwischen auch sehr leicht zu finden.

Zweitens:
Dass man hier schon wieder pauschalisiert finde ich sehr ernüchternd. Das im Artikel erwähnte Gerät stammt von „Smok-E Mountain“, bekannt durch mechanische Mods wie dem VREX Big Vanilla. Dabei handelt es sich im Prinzip nur um Metallröhren mit Platz für den Akku und mit ein paar Kabeln und Kontakten. Es kommt also schon mal gar nicht auf Marke und Modell des Akkuträgers an sondern zumeist auf die verwendeten Akkus und dann sogar noch auf den Verdampfer bzw. die verbaute Wicklung.

Vielleicht wurde in diesem Fall ja ein billiger Akku verwendet. Oder ein Akku, der nicht leistungsstark genug war. Vielleicht ja ein Teil aus dem Walmart und dann in Verbindung mit einer 0,000001 Ohm Monster-Alien-Fuzed-Irgendwas-Wicklung. Oder aber der User hat den Akku beschädigt, vielleicht fehlte ein Stück Isolierung oder was auch immer. Darauf wurde in dem Artikel (mal wieder) überhaupt nicht eingegangen.

Dabei ist durch Berichte in den Dampfer-Boards und auch auf unabhängigen Nachrichten-Seiten ersichtlich, dass fast jeder „Unfall“ mit einer E-Zigarette auf unsachgemäße Verwendung der Akkus oder auf einen Fehler in einer selbst angefertigten Wicklung in Verbindung mit einem ungeschützten, mechanischen Mod zurückzuführen ist.

Und das I-Tüpfelchen: BILD spricht im Artikel wieder von „Raucher“ – Wir sind DAMPFER, Leute! Kapiert das endlich. Da ist alleine schon ein grundlegender Unterschied in dem eigentlichen Prozess. Schon physikalisch, chemisch oder was auch immer. Kommt mal klar 😀

Also mein Fazit für diesen bedauernswerten Fall:

Ich gehe mal davon aus, dass der falsche Akku für hohe Belastungen verwendet wurde und dieser dann heftigst ausgegast ist. Wer jedoch auf seine Akkus achtet, auf die Sicherheit beim Dampfen achtet und qualitativ hochwertige Produkte verwendet, sollte auf der sicheren Seite sein. Insgesamt sind mehr Samsung-Akkus oder Laptop-Akkus explodiert als Dampferakkus. Allgemeine Panik ist also jetzt nicht angebracht.

Hier einmal der Link zum Artikel.


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2 Gedanken zu “E-Zigarette: Die Panik vor der Explosion

  1. Ein guter Akku hat eine Überstromsicherung. Die kann entweder thermisch auslösen (z.B. Bimetal) oder sogar in form einer keinen Schaltung mittels MOSFET der Stromkreis trennen. Zugegeben sind Beides nicht die perfekte Lösung, aber mehr ist in dem Bauraum einfach nicht unterzubringen.
    Zudem hat eigentlich jede Zelle ein Überdruckventil (ist meines Wissens sogar gesetzlich vorgeschrieben), das beim Verdampfen des Elektrolyts dieses abblasen lässt. Dadurch wird sehr zuverlässig eine Explosion verhindert, da sich kein Druck aufbauen kann. Es kommt „lediglich“ zum Brand.
    Wenn man so ein Energiespeicher aber unsachgemäß behandelt nützen alle eingebauten Sicherheitsmaßnamen nichts. Oder es wird gleich ungesicherte Zellen verwendet. Da habe ich dann auch kein Mitleid, wenn der Besitzer zu Schaden kommt. Das fällt für mich unter die Rubrik Darwin-Award.

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