Ein Umbau im Orbit

Dragon Raumschiff von Space-X am Dock der ISS. Image: NASA, Public-DomainIn dieser Woche beginnen die ersten, großen Umbauarbeiten an der internationalen Raumstation. Die NASA hat bereits damit begonnen, ein paar Teile neu zusammenzusetzen.

Bei dem Umbau – welcher übrigens bereits vor Ende diesen Jahres abgeschlossen sein soll – handelt es sich um die erste, wirklich große Neukonfiguration der Raumstation seit ihrer Fertigstellung im Jahr 2011. Für die Bauarbeiten an der Station sind zuvor über ein Jahrzehnt lang Space-Shuttles in den Orbit gereist.

Nachdem die Raumstation schließlich fertig war, hat die NASA ihr alterndes Space-Shuttle-Programm in den Ruhestand geschickt und ist seither von russischen Soyus-Kapseln abhängig wenn es darum geht, Menschen in den Weltraum zu bringen. Ein Dienst, den sich Russland mit mehr als 70 Millionen Dollar pro Person bezahlen lässt.

Bei der NASA hofft man, bis zum Jahr 2017 wieder unabhängig von den Russen im Weltraum operieren zu können. Dazu gibt es Verträge mit den privaten US-Unternehmen „Boing“ und „SpaceX“. Beide haben bereits Kapseln entwickelt, mit den man künftig Menschen in den Weltraum und sicher wieder zur Erde zurück bringen kann. Damit soll der Flug für eine Person nur noch bei ca. 58 Millionen Dollar liegen.

Der jetzige Umbau an der Raumstation soll zwei zusätzliche Andock-Möglichkeiten für die neuen Raumschiffe bieten. Eine Bucht soll am vorderen Ende des Harmony-Moduls angebracht werden. An dieser Stelle haben früher auch die Space-Shuttles angedockt. Die zweite Bucht soll an der Oberseite des Harmony-Moduls installiert werden. Die Raumschiffe werden darüber diverses Equipment zum Andocken benötigen wie etwa neue Kommunikationsvorrichtungen und Leitsysteme. All das soll in sieben Außeneinsätzen in diesem Jahr montiert werden.

Die beiden neuen Andock-Adapter werden im Laufe des Jahres geliefert, doch bevor es losgehen kann, müssen noch weitere Arbeiten an der Station durchgeführt werden. Die größte Herausforderung stellt dabei die Neuanordnung zweier Module dar. Das Leonardo-Modul wird vom Unity-Modul abgetrennt und am Tranquility-Modul wieder angebracht. Diese Operation wird vermutlich vom Boden aus gesteuert.

Wenn diese Umbauten tatsächlich noch im Jahr 2015 abgeschlossen werden, steht dem erfolgreichen Andocken der beiden neuen, kommerziellen Raumschiffe nichts mehr im Wege. SpaceX plant aktuell einen unbemannten Testflug der Version 2 des Raumschiffes „Dragon“. Dieser soll im Jahr 2016 stattfinden. Im Jahr 2017 will man schließlich mit ersten bemannten Missionen loslegen.

Boing’s Raumschiff „CST-100“ wird sein Debut im April 2017 mit einem Testflug zur ISS erleben. Im Juli 2017 will man dann auch hier bereit sein um erstmals Menschen in den Weltraum zu bringen.

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