Gift im ewigen Eis

Gletscher | Quelle: Pixabay.com | Lizenz: CC0 / GemeinfreiDie Gletscher schmelzen unaufhaltsam und der andauernde Klimawandel ändert an vielen Orten der Welt die Landschaft.

Einige Wissenschaftler sehen das als Chance, um bisher unzugängliche Gebiete besser erforschen zu können und die großen Rohstoffkonzerne freuen sich sowieso – Kommt man doch nun an Öl und Erze heran, wo zuvor der Abbau viel zu kompliziert oder kostenintensiv war.

Die meisten Menschen sehen dieser Entwicklung jedoch mit Furch oder zumindest mit Vorsicht entgegen. Wie sich nun heraus gestellt hat, sogar definitiv mit Recht.

Denn die Gletscherschmelze bringt bisher ungeahnte Komplikationen mit sich.

Im Nordwesten Grönlands befinden sich beispielsweise die Überreste einer alten US-Militärbasis aus dem kalten Krieg: Camp Century. Diese Basis wurde in den späten 1950er Jahren bis zu 35 Meter tief in das Eis getrieben um dort den Bau von Anlagen unter arktischen Bedingungen zu testen und um zu prüfen, wie gut sich von dort versteckte Nuklearraketen starten lassen.

Die Basis ist natürlich längst verlassen, doch wie nun bekannt wurde lagern dort noch 200.000 Liter Dieseltreibstoff sowie giftige Baumaterialien und eicht radioaktives Wasser, welches früher zur Kühlung des Atomreaktors verwendet wurde, der die Basis mit Energie versorgte. Wenn die Eisschmelze in ihrer jetzigen Geschwindigkeit weiter geht, könnte das giftige Material  innerhalb der kommenden Jahrzehnte in die Umwelt gelangen und den Nordatlantik verseuchen.

Wissenschaftler der York University in Toronto plädieren nun dafür, dass die Altlasten baldmöglichst geborgen und entsorgt werden. Alleine in Grönland gibt es noch vier weitere, ehemalige US-Basen im Eis. Wer weiß, wie viele ansonsten noch in der Polarregion sind. Und hey, Leute: 200.000 Liter Diesel? Da gibt es sicher doch noch Verwendung für.

Hier möchte ich gerne einmal Agent Gibbs aus der TV-Serie „Navy CIS“ zitieren:

Regel Nummer 47: Kümmere Dich um Deinen Scheiß!

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