Großer Ausbruch auf der Sonne

f_094_335_193_1024Derzeit (10. September 2014, 21:32 Uhr) findet auf der Sonne ein großer Ausbruch statt.

Es wurde ein Solar-Flare der X-Klasse festgestellt, Protonen- und Röntgenfluss sind aktuell um ca. 30% erhöht.

Die Intensität liegt zwar noch im unteren Viertel der für X-Klasse Sonnenerruptionen festgelegten Messtärke, doch interessant ist vor allem die Ausrichtung.

Ausgehend von der Sonnenrotation ist es durchaus möglich, dass durch die Eruption aus der Sonnenoberfläche geschleuderte Teilchen direkt auf das Erdmagnetfeld treffen könnten. Außerdem gibt es eine ca. 30 prozentige Wahrscheinlichkeit von Folge-Erruptionen in der Stärke „M“ innerhalb der nächsten 2-3 Tage.

Eine von der Sonne ausgesendete Energiewelle braucht zwischen 12 und 24 Stunden bis die äußeren Ränder des Erdmagnetfeldes erreicht werden – Wenn das passiert, kann es Polarlichter geben bis hin zur Störung ganzer Satelliten- und Kommunikationssysteme.

GlobalEine X-Klasse Eruption hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Erde getroffen und dabei zahlreiche Telegrafenmasten in Brand gesteckt, da es Kurzschlüsse in den elektrischen Systemen und Oberlandleitungen gab. Auch wenn der aktuelle Ausbruch noch ganz „frisch“ ist, sind bereits erste Störungen in den für Kommunikation genutzten Funkfrequenzen spürbar wie die nebenstehende Grafik zeigt.

Ein direkter, unmittelbarer Einschlag einer solchen Teilchenfackel könnte diese Grafik komplett in rot erstrahlen lassen. Die Störungen in den globalisierten Netzwerken wären dann deutlich spürbar und würden für Störungen auf dem gesamten Planeten sorgen. Aber auch aufgewühlte und nervöse Gemüter kann ein solches Ereignis verursachen.

f_HMImag_171_1024Im gelben Bild kann man sehr deutlich erkennen, dass sich neben der aktuellen, starken Eruption auch noch weitere Ereignisse auf der Sonnenoberfläche anbahnen.

Die Gefahr einer plötzlichen Sonneneruption besteht zu jeder Zeit, selbst dann wenn die Sonne die Hochzeit Ihres Aktivitätszyklus bereits hinter sich gelassen hat. Selbst innerhalb des sogenannten Aktivitäts-Minimums (eine solche Phase hat uns höchstwahrscheinlich die kleinen Eiszeiten im Mittelalter gebracht) besteht die Chance, dass Sonneneruptionen gewaltige Mengen geladener Teilchen in den Weltraum – und auch in Richtung Erde schicken können.

latestDie heutigen, technischen Instrumente ermöglichen uns zwar, die Sonne sehr gut zu beobachten um solche Aktivitäten vorhersagen zu können, doch wie bei Wettervorhersagen auf der Erde können immer mal unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Doch selbst in diesem Fall bleiben genug Stunden um Satelliten in tiefere Umlaufbahnen zu bringen sowie Flugzeuge entsprechend umzuleiten.

Ob diese Teilchenfackel nun wirklich auf das Erdmagnetfeld treffen wird bleibt letztlich noch abzuwarten – Eine große Anzahl von Faktoren muss dafür berücksichtigt werden.

Aktuellste Informationen zur Solaraktivität sowie Erklärungen zu den oben genannten Begriffen gibt es übrigens stets auf unserer Seite:

https://home.guender.net/info-service/solaractivity/

Weitere Informationen zu diesen und anderen Themengebieten rund um den Weltraum und die Sonne gibt es hier:
https://home.guender.net/category/weltraum/

12 bis 24 Stunden also. Und wie jedes Mal heisst es: Hope for the best – Prepare for the rest!

3 Gedanken zu “Großer Ausbruch auf der Sonne

  1. Dazu ein Update:

    Laut NASA wird uns der aktuelle Massenauswurf (der X-CLASS) knapp verfehlen und „oben“ über den Nordpol drüber weg sausen.

    Da das Magnetfeld jedoch getroffen wird, stehen die Chancen gut für Polarlichter – Allerdings auch für Störungen im Funkverkehr. Die elektronischen Systeme sowie die Stromversorgung sind höchst wahrscheinlich davon nicht betroffen – Bleibt abzuwarten.

    Die Plasmafackel aus der Sonne wird uns am Freitag erreichen.

  2. bei uns is mal wieder nix zu sehen gewesen wenn überhaupt … wie immer genau zu solchen Ereignissen, wo wir mal Polarlichter in unseren Breiten sehen könnten, hat sich schon am ganzen Tag und Nacht ein vollkommen bedeckter himmel gezeigt …. Zufall ? Einen Tag vorher war es sogar noch sternenklar ….

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