Konnte Tschernobyl den Atomkrieg verhindern?

Atompilz | Quelle: Pixabay | Lizenz: CC0 / Gemeinfrei30 Jahre ist es nun schon her, seit der verheerende Unfall im Atomkraftwerk „Tschernobyl“ die Welt erschüttert hat.

Das Unglück passierte praktisch ohne Vorwarnung, ein ganzer Landstrich musste evakuiert werden. Und auch wenn sich inzwischen eine Art „Tschernobyl-Tourismus“ entwickelt hat, bei dem Menschen das verstrahlte Gebiet rund um den Reaktor und die Stadt „Pripyat“ in der heutigen Ukraine besuchen, so leiden viele Leute noch heute unter der Strahlenbelastung und der damit verbundenen Spätfolgen.

Ich erinnere mich noch genau, dass die Eltern uns Kindern damals gesagt haben, dass wir draußen keine Früchte und Nüsse pflücken und essen sollten. (Was wir natürlich trotzdem getan haben.)

Viel ist inzwischen passiert, doch wirklich schlauer geworden ist die Menschheit nicht, wenn es um das Thema Atomkraft geht.

Dieser traurige Jahrestag könnte aber auch die Wende im sogenannten „kalten Krieg“ mit der damaligen Sowjetunion gebracht haben.

Da fragt man sich jetzt natürlich im ersten Moment, wie ein Vorfall, der nicht einmal 1% des gewaltigen Staatsgebietes der ehem. Sowjetunion betrifft zu einer so entschiedenen Situation avancieren kann. Ich habe dazu heute einen sehr interessanten Artikel des ZEIT-Magazins gelesen. Um es aber kurz zu fassen:

Was kaum jemand wusste ist die Tatsache, dass sich unweit des Katastrophenreaktors eine der mächtigsten Radaranlagen befindet, die jemals gebaut wurden: „Duga 1“. Damit waren die Sowjets dazu in der Lage, den Raketenstart einer Atomrakete in den USA festzustellen – Also lange bevor diese ihr Ziel erreicht. Mit diesem Frühwarnsystem konnte man einen Gegenschlag ausführen, der letztlich dann beide Nationen vernichtet hätte.(Und natürlich auch den Rest der Welt).

Nun aber war das Gebiet verstrahlt und man musste die Anlage räumen – Und damit auch einen strategischen Vorteil aufgeben, der letztlich den Ausgang des kalten Krieges mit beeinflusst hat. Ohne den Vorfall hätte es also gut sein können, dass der Krieg noch viel länger gelaufen wäre – Mit ungewissem Ausgang.

Verstrahlt, verlassen, verwaist: Pripjat – eine Geisterstadt in 360° | WDR

 

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