Kostenexplosionen deutscher Großprojekte – Warum geht im Moment alles schief?

Printing Money | Stockphotosforfree.com | Lizenz: GemeinfreiDeutschland – Das Land der Dichter und Denker. Für unzählige bahnbrechende Erfindungen sind wir bekannt, für Innovation und neue Technologien, bahnbrechende Architektur und fortschrittliche Strukturen.

Der Erfinder des Raketentriebwerkes war ein Deutscher, die meisten Riesengebäude in den arabischen Ländern wurden von deutschen Architekten ersonnen, als Servicemitarbeiter in internationalen Hotels und Restaurants werden bevorzugt Deutsche genommen, in Raumsonden der NASA tut deutsches Gerät seinen Dienst… Aber irgendwie will es Zuhause nicht so richtig klappen.

Da bröckelt in Berlin ein Flughafen vor sich hin, der schon wieder verfällt obwohl er noch gar nicht eröffnet ist, ein Tiefbahnhof in Stuttgart setzt die Ingenieure vor immer neue Herausforderungen, eine Brücke für Personenzüge ist nur dann tragfähig, wenn keine Personen in den Zügen sind, unser militärisches Transportflugzeug fliegt nicht, unser Standardgewehr trifft nicht und unsere neue Trägerrakete kostet doppelt so viel, wie ursprünglich veranschlagt. Man könnte ewig so weiter machen.

Woher kommt es, dass Deutschland überall in der Welt glänzen kann aber Zuhause nichts mehr auf die Reihe kriegt?

Ich glaube nicht, dass unsere Genies auf einmal alle ein Brett vor dem Kopf haben, wenn es darum geht Zuhause etwas tolles auf die Kette zu kriegen. Viel mehr müssen wir unsere Projekte einmal mit denen im Ausland vergleichen.

Was spielt keine Rolle, wenn wir ein Hochhaus für Dubai oder eine Kamera für die NASA bauen? Richtig: Geld. Und das scheint ja – trotz immerwährenden Nachrichten über unseren Wirtschaftsaufschwung – in Deutschland immer noch knapp bemessen zu sein. Da wird also versucht, mit geschönten Zahlen zum Thema Kosten ein Auftrag an Land zu ziehen. Dann wird erst mal schön gebaut und gebaut, bis eine Struktur steht, die zu teuer ist um sie wieder abzureißen oder das Projekt zu canceln. Und dann geht es los:

Auf einmal treten unvorhergesehene Probleme auf und man braucht ein paar zusätzliche Millionen. Die werden zähneknirschend bewilligt und dann geht es weiter, bis die nächsten Zusatzmillionen benötigt werden. Und…so…weiter. Diese unfassbar dreiste Methode scheint sich inzwischen via Lobby über Politik in der gesamten innerdeutschen Wirtschaft ausgebreitet zu haben. Von vorne herein wird ein viel zu günstiger Preis veranschlagt damit man auch bloß den Zuschlag kriegt.

Dass das Geld niemals reichen wird steht also schon fest – Aber dann wird erst mal fleißig drauf los gebaut als wäre alles in Ordnung. Und das natürlich nur mit den billigsten Rohstoffen. Ganz ehrlich Leute: Dass das am Ende alles nur Mist werden kann ist euch doch wohl klar oder? Dann lieber gleich von Anfang an richtig machen und ein vernünftiges Endprodukt statt einem Flickenteppich erhalten.

In den USA hat man das in den 1950ern auch mal versucht und zwar beim Bau des Denver International Airport. Auch dieser kostete hinterher die mehrfache Menge des eigentlich veranschlagten Betrages. Auch hier dauerte der Bau mehr als doppelt so lang wie er es eigentlich sollte. Und auch hier musste ständig nachgebessert werden. Hätte man hier gleich den korrekten Preis veranschlagt, so wäre das im Endeffekt nicht nur günstiger gewesen, man hätte einen zuverlässigeren Flughafen erhalten und sich auch jede Menge Spott sowie eine Verschwörungstheorie erspart. (Manche Leute glauben, dass diese Kostenexplosion vom Bau einer unterirdischen Basis zum Verstecken von Aliens unterhalb des Flughafens verursacht wurde).

Also liebe Lobby, liebe Bundesregierung, liebe Projektleiter: Beherzigt doch einfach mal das Motto, was wir Endverbraucher schon längst verinnerlicht haben:
„Kaufste billig, kaufste doppelt!“

Wenn ihr findet, dass diese Message möglichst weit verbreitet werden sollte um dem korrupten Treiben mit unseren Steuergeldern rund um die deutschen Großprojekte endlich ein Ende zu bereiten, so teilt diesen Beitrag doch bitte oder hinterlasst mir einen Kommentar.

4 Gedanken zu “Kostenexplosionen deutscher Großprojekte – Warum geht im Moment alles schief?

  1. geschönte Zahlen, Vetternwirtschaft und Korruption!

    Das sind die Probleme.

    Sieht man doch alleine an den „Managern“ wie Mehdorn. Spart erst die Bahn kaputt, Treibt Air Berlin fast in den Ruin und bekam für ein wenig rumsitzen und deligieren am BER ein paar Millionchen in den Arsch geblasen, obwohl NICHTS voranging und er selbst sagte nach ein paar Monaten (weil er wohl erkannte, wie tief der Sumpf aus den oben genannten Dingen wohl wirklich ist), das er keine Lust mehr hat (weil ihm sonst die Scheiße übern Kopf stehn würde)

    1. WIE kann man so einen ruinösen Manager überhaupt an so ein Projekt lassen
    2. WIESO bekommt der, obwohl er nix geleistet hat, MILLIONEN
    3. WIESO gibts keine Vertragsstrafen für solche Typen

    wenn ich als Arbeitnehmer solche Missarbeit abliefern würde, würde ich laut Arbeitsvertrag verklagt werden, denn in jeden Arbeitsvertrag steht drinne, das man wenn man wissentlich der Firma Schaden zufügt, das man verklagt werden kann.

    Aber bei der feinen Gesellschaft der oberen 100000 läufts genauso wie bei Politker. Gewinne privatisiert (Extra Boni für Manager) und Verluste sozialisiert (Entlassungen und Mehrbelastung um Gewinn zu steigern) . Und wenn man Scheiße baut, bekommt man noch ne Fette Abfindung.
    Politiker werden fürs Brechen ihres Amtseides ( …. Schaden von deutschen Volk abzuwenden …. ) in keinster Weise belangt im Gegenteil, sie steigen auf. Anwesenheit bei Sitzungen? Ach hör doch auf, wir haben wichtigeres zu tun. Siehe Merkel bei der Abstimmung zu den Griechenlandhilfen … kaum abgestimmt schon war die Teflontrulla weg, weil es wo anders mehr zu holen gab.

  2. Das Problem würde es nicht geben, wenn diese Flughäfen von den Fluggesellschaften gebaut werden müssten.

    Fest steht, dass die deutsche Politik an dieser Stelle ganz klar versagt hat. Das liegt vermutlich weniger an Korruption als an kompletter Inkompetenz. Schließlich haben wir nur Quereinsteiger als Minister, die nichts von der Materie verstehen. Daran sieht man doch mal wieder, wie offensichtlich unwichtig die Politik in Wirklichkeit für das Weltgeschehen ist.

    So lange sich das nicht ändert, würde ich Politiker mit dem Privatvermögen für Fehlschläge haften lassen und auf der anderen Seite finanziell für Erfolge belohnen.

    Wie in der Privatwirtschaft eben auch: Geld für geleistete Arbeit und nicht für’s Sesselfurtzen.

  3. Wie in der Privatwirtschaft eben auch: Geld für geleistete Arbeit und nicht für’s Sesselfurtzen. <— DANN dürften die aber nicht ihre Haftung beschränken dürfen, denn das wird in der Privatwirtschaft überall gemacht, damit die Unternehmer ja Gewinne aus den Unternehmen ziehen können aber nicht dafür bei ner Pleite den Kopf hinhalten.

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