Mineralöl in der Nahrung und Zucker in der Werbung – Was kann man noch essen?

Tropfen | Quelle: Pixabay.com | Lizenz: CC0 / GemeinfreiIn diesen Tagen geht wieder ein Ruck durch die Gesellschaft – Ausgelöst durch eine Kampagne der Lebensmittelwächter von „foodwatch„.

Diese Organisation sollte inzwischen jedem bekannt sein – Wenn nicht, dann unbedingt mal anschauen. Hier werden kontinuierlich Lebensmittel analysiert, Aussagen von Herstellern überprüft und Skandale aufgedeckt.

Aktuell gibt es gleich mehrere Dinge, die foodwatch anmahnt – Von einer Werbekampagne, die unseren Kindern den Verzehr überzuckerter Getränke aufdrängen will bis hin zu krebserregenden Mineralölen in Schokolade.

Wie weit soll das noch gehen und was kann man überhaupt noch essen?

Es ist natürlich ganz klar: Ein Abend vor dem Fernseher beim Fußball (oder bei einer beliebigen anderen Sendung) macht nur halb so viel Spaß, wenn es dabei nichts zum Naschen gibt. Da sind neben unseren beliebten, frittierten Kartoffelprodukten natürlich auch Schokosnacks und Softdrinks ganz vorne mit dabei. Doch gerade da gibt es aktuell wieder viele Probleme.

Manch einer mag sich noch erinnern: Immer pünktlich zum Weihnachtsgeschäft kommen Meldungen zu schadstoffbelasteten Adventskalendern. Konkret geht es da zumeist um „aromatische Mineralöle“ (MOAH). Die können nämlich bereits in geringen Mengen Krebs auslösen und das Erbgut von Menschen verändern. Bei den Adventskalendern ging sofort ein großer Aufschrei durch die Gesellschaft – Produkte wurden umgehend zurück gerufen und es folgte die obligatorische Entschuldigung der Hersteller inklusive des Versprechens, dass man künftig alles besser mache.

Zurück in die Gegenwart: Aus den Augen, aus dem Sinn. So scheint es zumindest. Denn schon wieder sind MOAH in Lebensmitteln aufgetaucht. Dieses Mal bei Ferreros „Kinder Riegel“, Lindts „Fioretto Nougat Minis“ und die „Sun Rice Classic Schoko Happen“ der Firma Rübezahl (u.a. Aldi). Das sind gerade hinsichtlich dieses Problems allesamt keine unbekannten Namen. Doch jetzt scheint alles nicht mehr so schlimm zu sein.

Denn als foodwatch mit den Konzernen in Kontakt getreten ist, hat man nur patzige Worte wie „Panikmache“ oder „unbedenklich“ zu hören bekommen. Unbedenklich? Panikmache? Geht’s noch? Gerade „unbedenklich“ ist an der Stelle eine dreiste Lüge. Offenbar versucht man auszunutzen, dass foodwatch aufgrund einer aktuellen Kampagne gegen den Getränkeriesen Coca Cola in die Kritik geraten ist.

Denn Coca Cola ist neben McDonalds und Ferrero einer der Hauptsponsoren der aktuellen UEFA EM 2016 – Allesamt nicht für ihre gesundheitlich optimalen Lebensmittel bekannt. Das beinhaltet auch Werbung wie die Gesichter der Fußballstars auf Cola-Dosen. Nach dem Motto „Hol Dir das Team in 24 Sammeldosen“. Diese Art Werbung richte sich laut foodwatch direkt an Kinder und Jugendliche. Und gerade diese Zielgruppe sollte eben möglichst wenig Softdrinks zu sich nehmen. Das findet übrigens nicht nur foodwatch – Auch die deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) will nun dagegen vorgehen.

Aber nicht jeder stimmt an dieser Stelle mit der foodwatch überein.

Grundsätzlich müssen FIFA und UEFA natürlich schauen, dass die Finanzen stimmen. Gute Sponsoren gehören da natürlich zur Pflicht. Wenn sich allerdings nur Konzerne in ausreichendem Maße finanziell beteiligen können, die mit solchen Produkten werben, so sollte der Gesetzgeber einschreiten. Nicht mit einem Werbeverbot sondern mit einer Werberegulierung. Seit Kurzem druckt man schockierende Bilder auf die Verpackungen von Zigaretten und reguliert auch den darum befindlichen Markt. Öffentliche Werbung wurde zum Beispiel auch verbannt.

Warum geht man nicht einfach mit einer ähnlichen Aufklärungs- und Regulierungskampagne gegen Produkte vor, deren Hauptbestandteil aus raffiniertem Zucker besteht?

Dazu muss ich selber natürlich auch ehrlich gestehen: Ich stehe voll auf Cola. Und ähnlich wie ein Raucher bei einer Zigarette würde wohl auch ich mir nicht von Bildern mit abgeschnippelten Beinen und verfaulten Zähnen auf der Flasche meinen Softdrink vermiesen lassen. Genau genommen würde ich selber klagen, wenn mein Kind beim Einkauf im Laden solchen Bildern ausgesetzt ist. Aber es gibt da sicher auch andere Lösungen, die nicht nur Eltern in die Pflicht nehmen sondern auch die Hersteller von Produkten dieser Art im Allgemeinen.

Längst ist bekannt, dass raffinierter Zucker ungemein schädlich ist. Und Cola wäre nicht das erste beliebte Produkt, welches aufgrund vorangegangener Enthüllungen nach Generationen plötzlich vom Markt verschwindet. Immerhin: Coca Cola hat inzwischen mit seiner Coke Zero einen ersten Schritt gemacht. Doch leider enthält diese große Mengen des ebenfalls schädlichen Süßstoffes Aspartam. Auch die (meiner Ansicht nach) total eklige Cola Life mit Stevia drin ist ein ganz klarer Fail. Mit Stevia könnte man allerdings eine richtig gute Cola machen, die dann sogar noch gut für den Kreislauf wäre. Warum Coke das Rezept der „Life“ so verhunzt hat kann ich nicht verstehen. Aber Stevia macht im Gegensatz zu Zucker auch nicht süchtig – Ein Schelm, wer dabei Böses denkt…

Doch was können wir nun tun?

Als Erstes werde ich natürlich die MOAH-belasteten Produkte boykottieren. Das sollten wir alle tun. Dann natürlich weiterhin darauf achten, wie viel Cola das eigene Kind zu sich nimmt und immer wieder darauf hinweisen, dass dieses Zeug zwar super lecker aber eben auch gesundheitsschädlich ist.

Und dann? Auf jeden Fall die aktuelle Petition von foodwatch zeichnen um den Verein zu stärken. Diese gibt es HIER.

Das wird zwar keine direkten Auswirkungen auf die aktuelle Kampagne mehr haben aber es bringt das Thema in die Köpfe der Menschen und zwingt auf lange Sicht Behörden sowie Konzerne zum Umdenken. Darüber hinaus sollte jeder der kann den foodwatch Verein unterstützen.

Und last but not least: Wir leben in einer freien Gesellschaft. In einer Demokratie. Das bringt viele Rechte und viele Pflichten. Oberste Bürgerpflicht ist es, wachsam zu bleiben, solche Dinge aufzudecken oder zu verbreiten und den Mund aufzumachen, sobald Unrecht geschieht.

Denn: Wer in einer Demokratie schläft, wird in einer Diktatur aufwachen.

Guten Appetit.

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