Neues aus dem Weltraum

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Storm of Stars in the Trifid Nebula Image by NASA: http://www.jpl.nasa.gov/spaceimages/wallpaper.php?id=PIA17834

In den letzten Tagen gab es einige, sehr interessante Entwicklungen auf dem Gebiet der Weltraumforschung und auf ein paar davon möchte ich hier etwas genauer eingehen.

Fangen wir am besten mit dem größten Thema überhaupt an:

Kepler 186-F

Dabei handelt es sich um einen kürzlich vom gleichnamigen Weltraumteleskop Kepler entdeckten Exoplaneten. Kepler 186-F befindet sich im Sternbild Schwan und ist knapp 500 Lichtjahre von uns entfernt.

Das Besondere:

Die Welt befindet sich in der sogenannten „habitablen Zone“ – Also einer Umlaufbahn um seine Sonne, welche den richtigen Abstand hat um flüssiges Wasser und somit Leben wie wir es kennen zu ermöglichen. Die zweite Besonderheit liegt wohl in seiner Größe, denn auch dahingehend ähnelt Kepler 186-F der Erde sehr. Aufgrund der Größe kann nun angenommen werden, dass es sich nicht um eine Gas-Welt handelt und es somit Kontinente und Seen geben könnte.

Bisher sind uns schon etwa 20 Exoplaneten in Erdgröße bekannt – Diese befinden sich aber nicht innerhalb der habitablen Zone und sind für Leben, wie wir es kennen ungeeignet. Entweder wird es dort so kalt, dass Wasser wenn überhaupt nur in gefrorener Form existieren kann oder die Welten befinden sich zu nah an ihrer Sonne, so dass dort Temperaturen wie im Inneren eines Vulkans und darüber hinaus vorherrschen.

Darüber hinaus sind noch einige Planeten bekannt, die sich zwar in der habitablen Zone befinden jedoch weitaus größer als die Erde sind. Somit gibt es dort entweder eine Immense Schwerkraft oder es handelt sich um Gasplaneten.

Kepler 186-F ist also eine bedeutsame Entdeckung. Er befindet sich in einem Sonnensystem mit insgesamt fünf Planeten und belegt davon die äußerste Kreisbahn am Rande des Systems. Nach Bekanntwerden dieser Entdeckung hat das US-Institut SETI bereits das weltbekannte Allen Telescope Array (ein große Gruppe aus Radioteleskopen, zusammen geschaltet zu einem leistungsfähigen Verbund) auf Kepler 186-F gerichtet. Leider wurden keine Funksignale aufgeschnappt, welche auf fortgeschrittene Zivilisationen hinweisen würden. Aber das heißt noch nichts.

Für Menschen ist es übrigens dennoch sehr ungemütlich auf dieser Welt. Aufgrund der Entfernung zu seiner Sonne und der Kreisbahn am äußeren Rand der habitablen Zone bekommt er nur etwa ein Drittel der Sonnenstrahlung ab, den die Erde sich in einem Zyklus holt.

Intergalaktische Radiosignale

Schon seit Jahren stehen überall auf der Erde große Radioteleskope, wie auch das Allen Telescope Array von dem weiter oben im Text gesprochen wurde. Damit wird der Himmel nach Signalen aus dem Weltraum abgesucht. Denn: Wenn es Signale mit einem Muster aus den Tiefen des Alls geben würde, wäre dies ein erstes Indiz auf Leben aus dem Weltraum.

Es gibt nichts Spannenderes, als einer zweiten Zivilisation zu begegnen und sich auszutauschen. Wer weiß? Vielleicht ergründet man dadurch sogar den Sinn des Lebens.

Jedenfalls wurden in den Jahren 2011 und 2012 seltsame Signale aus dem All empfangen. Ein Team aus Australien hat mit einem Teleskop, dem Parkes-Radio-Teleskop eine Reihe kurzer doch sehr intensiver Funksignale aufgefangen. Leider konnten diese Signale damals nur von Forschern aus Australien empfangen werden – Kein anderes Team auf der Welt konnte das Signal also bestätigen.

Da man also nicht sicher sein konnte, ob es sich nicht ggf. um ein technisches Problem oder eine lokale, atmosphärische Störung handelte, ist es sehr schnell wieder still um dieses Phänomen geworden.

Jetzt aber hat auch das Aricebo-Radio-Teleskop in Brasilien ein Signal aufgefangen, welches dem Muster aus Australien entspricht. Es handelte sich um Salven aus etwa zwölf Signalen, kurz hintereinander gesendet. Der Ursprung des Signals ist vermutlich außerhalb unserer Galaxie zu suchen und innerhalb weniger Millisekunden wurde eine gewaltige Menge Energie freigesetzt. Etwa in der Größenordnung, in der unsere Sonne Energie in 300.000 Jahren abgibt.

Zunächst wurde vermutet, dass die Signale von Neutronensternen kommen, also von Sternen die extrem viel Masse aufweisen und sehr sehr schnell rotieren. Doch Signale, die von solchen Gestirnen herrühren wiederholen sich in der Regel mehrfach – Bis eben diese Sterne kollabieren und zu schwarzen Löchern werden. Dies ist hier nicht passiert, man könnte also an einen Richtstrahl denken, der gezielt auf die Erde oder zumindest in unsere Region gerichtet war.

Die Signale dauerten jeweils ca. 3 Millisekunden an und sind ersten Analysen zufolge mehrere Millionen Lichtjahre weit gereist um uns zu erreichen.

Neues Asteroidenwarnsystem

Im dritten und letzten Thema, welches ich heute noch für euch habe, dreht sich alles um die Asteroidenabwehr.

Denn während die meisten großen Brocken, welche ganze Städte und Kontinente verwüsten könnten uns inzwischen bekannt sind, gibt es doch noch eine ganze Reihe von Asteroidenbruchstücken und „kleineren“ Asteroiden, welche jedoch eine immense Zerstörung anrichten könnten.

In welcher Größenordnung diese Objekte für Katastrophen sorgen können, zeigt alleine schon der Beinahe-Einschlag in Russland 2013. Dieses Objekt hatte eine Sprengkraft von 600 Kilotonnen TNT. Das ist 40mal soviel, wie bei der Bombe, welche von den U.S. über Hiroshima abgeworfen wurde. Und dabei handelte es sich nur um eines von mindestens 26 bekannten Objekten, die seit dem Jahr 2000 auf die Erde getroffen sind.

Aus diese Grund plant nun die privat finanzierte Stiftung „B612“ aus Seattle ein neues Frühwarnsystem.

Das System beinhaltet Infrarot-Teleskope. Diese sollen im Zuge der sog. „Sentinel Mission“ (Sentinel = Englisch für „Wächter“) in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht werden und können selbst kleine, gefährliche Brocken aus dem All bereits Jahre vor einer möglichen Kollision mit unserem Planeten aufspüren. So würde noch genug Zeit bleiben um Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Dazu werden aktuell noch Gelder gesammelt.

Weitere Informationen dazu gibt es auf der offiziellen Website der Stiftung unter https://b612foundation.org/

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