Neues Tarifsystem im öffentlichen Personennahverkehr des VRR

Foto vom 22. März 2014 am Gernisnusplatz in Essen Frohnhausen
Foto vom 22. März 2014 am Gernisnusplatz in Essen Frohnhausen

Unter dem Arbeitstitel „Elektronisches Fahrgeldmanagement 3“ wird aktuell für die Städte Duisburg, Mülheim und Essen ein Pilotprojekt vorbereitet, welches ab 2015 sogar flächendeckend im ganzen Verbundtarifraum des VRR starten soll:

Künftig wird es neben den bisherigen Möglichkeiten über Tickets zur Einzelfahrt, Mehrfahrtentickets sowie Abo- und Monatskarten auch möglich sein, Fahrten kilometergenau zu buchen.

Zunächst soll das Ganze auf Smartphone-Benutzer begrenzt werden – Eine entsprechende App soll die Standort-Daten ermitteln und der Fahrgast kann dann per Check-In und Check-Out Funktion Daten senden, wenn er ein- bzw. aussteigt. Später soll es dann noch Fahrkarten mit Chips geben, welche die gleiche Funktion ermöglichen.

Ziel soll es sein, dass man nicht mehr für eine Kurzstreckenfahrt mit Preisstufe A berechnet wird, nur weil man unglücklicherweise über die Grenze einer Zone hinaus fährt. Außerdem soll das System dann gleichzeitig auch die Nutzung von Leihfahrrädern und Carsharing ermöglichen.

Wie gut das Ganze dann funktioniert bleibt allerdings abzuwarten. In den Niederlanden gibt es bereits ein flächendeckendes System dieser Art, dort kommt es mit einer Quote von 1%-2% zu Abrechnungsfehlern. Hier wurden zum Beispiel Radfahrer, die neben den S-Bahnstrecken hergefahren sind willkührlich zur Kasse gebeten. Auch ist noch nicht geklärt, was passiert wenn man mal den „Checkout“ vergisst.

Interessant finde ich diese Möglichkeit aber auf jeden Fall. Ich – als „Wenig-Fahrer“ – würde mich für eine Art modifiziertem Monats-Ticket interessieren. Also eine Karte, wie man sie auch als Abonnent bekommt nur ohne Monatskosten oder mit geringeren Monatskosten und einem kleinen Kilometerkontigent. Damit könnte man sich in Bussen und Bahnen bei Ein- und Ausstieg identifizieren und würde dann entsprechend der gefahrenen Kilometer abgerechnet.

Auf diese Weise würde man ggf. auch bei kürzeren Strecken ab und an mal in Bus oder Bahn steigen – auch wenn man die gleiche Strecke sonst gelaufen wäre. Denn: Im Normalfall werde ich zum Beispiel bei Regen lieber etwas nass, als dass ich 2,50€ für drei Haltestellen bezahle.

P.S.: Wie oben bereits angedeutet, wird das neue System zusätzlich zu den bestehenden Tickets erscheinen. Die alten Tickets wird es also weiterhin geben.

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