NSA und Co. – Wie kann ich mich im Internet schützen?

Binary Code | Stockphotosforfree.com | Lizenz: GemeinfreiDie Geheimdienste NSA, GCHQ und BND sind für die Sicherheit der Bürger verantwortlich. Zu ihren Aufgaben gehört die Überwachung von Internet und Telekommunikation. Aber was kann man dagegen unternehmen?

Überwachung: Was darf der Staat im Internet?

Die Internet-Überwachung wird durch das G10-Gesetz reglementiert. Es beruht auf Artikel 10 des Grundgesetzes:

(1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich.

Der zweite Paragraf schränkt diesen Schutz ein: Sollte ein richterlicher Beschluss vorliegen, dürfen Telefonate abgehört werden. Solcher wird bei schweren Straftaten oder bei Friendes- und Hochverrat gewährt. Im Ausland darf der BND keine deutschen Staatsbürger überwachen – zumindest in der Theorie. Praktisch geht es den Geheimdiensten um grundlegende Informationen, also ob du mit einer bestimmten Person X telefoniert hast, die auf einer internen Liste vermerkt ist.

Was hat das mit Internet-Sicherheit zu tun?

E-Mails genießen den Rechtsstatus einer Postkarte – können also vom BND und Co. mitgelesen werden. Sollte Gefahr in Verzug sein, reicht auch der Beschluss eines Staatsanwalts. Hier kommt das Telekommunikations-Überwachungsverordnung (TKÜV) zum Einsatz: Wenn ein Provider mehr als 1.000 Kunden hat, muss er auf eigene Kosten eine Abhöranlage installieren und sie den Behörden frei zugänglich machen. Alle verdächtigen Mails werden an die sogenannte SINA-Box weitergeleitet, einem Programm für Strafverfolger. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass es sich bei dem Mitleser um einen Roboter oder um einen Kollegen handelt.
Verstecktes Surfen will gelernt sein

So kannst du dich gegen unerwünschte Spionage schützen:

  • Ein VPN-Server verschlüsselt deine Daten (z. B. Softether)
  • Nutze einen Browser ohne Identifizierung (z. B. Firefox im Incognito Modus).
  • DNS-Server ohne Logfilespeicherung tragen zur Sicherheit bei.
  • Programme wie PGP (Pretty Good Privacy) schützen deine Daten.
  • Immer von diesen Maßnahmen Gebrauch machen – auch am Smartphone!

Du kannst deine E-Mails mit einem Programm wie Cryptshare verschlüsseln. Dann brauchen die Ermittler mehrere Jahre, um deine Nachrichten zu entziffern, was dich jedoch besonders verdächtig macht. Kaum jemand nutzt derartige Programme, da die Installation etwas Aufwand erfordert. Bei der Verschlüsselung wird deine Mail in einen sinnlosen Text verwandelt, also in eine Geheimsprache. Dein Gegenüber benötigt den gleichen (symmetrische Verschlüsselung) oder einen anderen (asymmetrische Verschlüsselung) Schlüssel, um die Nachricht zu lesen.

Vorsicht ist auch beim Surfen geboten. Sobald du eine Seite aufrufst, wird deine IP-Adresse abgespeichert. Nun können die Geheimdienste beim Provider anfragen, wer in den letzten Tagen die Website besucht und Daten hochgeladen hat. Da das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung ausgeweitet wurde, stehen diese Angaben noch länger zur Verfügung. Jede noch so kleine Polizeibehörde kann diese Daten ohne richterlichen Beschluss einsehen. Da kannst du dir selber ausmalen, wozu ein Geheimdienst in der Lage ist. Immerhin kannst du deinen Computer vor unerwünschten Gästen absichern: Eine Firewall bietet grundlegenden Schutz vor Hackern oder Spionen, was auch für die Virenschutz Software gilt. Wichtig ist, beide Programme mit Updates auf dem Laufenden zu halten.

Fazit: Wie du siehst, bist du den Geheimdiensten nicht schutzlos ausgeliefert. Du solltest einige Vorkehrungen treffen, um sicher im Internet unterwegs zu sein.

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