Plastik in unseren Getränken

Plastikmüll auf einem Truck in China. Bild: Paul Louis. (CC-BY-SA)

Betrug bei Bier und Sprudelwasser? Wo kommt das Wasser wirklich her? Und warum ist Plastik drin?

Schon länger ist bekannt, dass mikroskopisch kleine Plastik- und Nanoteilchen aus Industrie, Technik und Kosmetik in unseren Wasserkreislauf gelangen.

Aufgrund der relativ modernen Klärtechnologie in Deutschland ist bislang aber immer nur von einer minimalen Menge ausgegangen, über die man sich keinerlei Sorgen machen muss.

Neulich gab es aber einen Bericht des NDR, welcher einen ersten Einblick auf die Ausmaße nehmen lässt um die es sich hierbei handelt.

Durch Messungen bei namhaften Sprudelwasser- und Biersorten sind große Mengen Plastikfasern gefunden worden – Aller Voraussicht nach handelt es sich dabei um „Fleece“, welcher durch das ganz normale Haushalts-Anwasser (zum Beispiel vom Wäsche waschen) in unseren Wasserkreislauf gelangt ist.

Noch ist nicht erwiesen, dass Plastikfasern im Körper Schäden anrichten können, aber wenn wir ehrlich sind so liegt dies an der Hand. Denn es wurden bereits Berichte veröffentlicht, in denen es heißt, dass selbst Kunststoffe, in denen unsere Lebensmittel verpackt wurden schädliche Effekte auf uns Menschen ausüben können. Da geht es von Entzündungen in Hals und Magen bis hin zur Verminderung der Fruchtbarkeit.

Wieso also muss erst noch erwiesen werden, dass Kunststofffasern, die durch Aufnahme von Getränken in den Hals, die Speiseröhre, in den Magen und somit auch in den Verdauungstrakt gelangen, Effekte auf die Menschen haben?

Aber schaut euch die Fakten erst einmal selber an:

Getestete Wasser-Sorten:
Saskia-Quelle (Lidl) – 4 Fasern pro Liter
Marinusquelle Elitess (Penny) – 5 Fasern pro Liter
Werretaler Quellbrunn (Aldi) – 7  Fasern pro Liter

Getestete Bier-Sorten:
Radeberger – 2 Fasern pro Liter
Beck’s – 33 Fasern pro Liter
Kronbacher –  42 Fasern pro Liter
Veltins – 42 Fasern pro Liter
Warsteiner – 46 Fasern pro Liter
Paulaner – 70 Fasern pro Liter
Jever – 79 Fasern pro Liter

Jetzt stelle ich mir aber eine zentrale Frage:

Zum Einen natürlich die Frage, welche vermutlich allen von euch bereits beim Lesen gekommen ist: Wie kann sowas sein? Gibt es keine Feinpartikelfilter?

Aber denken wir an dieser Stelle doch mal ein kleines Stückchen weiter, indem wir die Frage wiederum auf den Kernpunkt zurückschrauben: Wie kann sowas sein?

Die Betonung liegt hier auf dem „Wie“, denn es ist schon verwunderlich, wenn seitens der offiziellen Stellen davon ausgegangen wird, dass diese Fleece-Stoffe durch das Abwasser unserer Haushalte in den Wasserkreislauf gekommen ist. Denn besteht unser Wasserkreislauf nicht aus folgender Strecke:

1.) Grundwasser (Zu einem gewissen Prozentsatz)
2.) Wasserkreislauf durch die Rohre
3.) Abwasser wieder zurück durch die Rohre in die Kläranlagen
4.) Von den Kläranlagen wieder zurück in die Rohre

Klingt bis dato einleuchtend. Auf diese Weise können natürlich aus dem Abwasser teils nicht gefilterte Inhalte zurück in das Trinkwasser gelangen. Dass die Regierung hier an den Klärsystemen dringend nachbessern muss steht also außer Frage.

Allerdings ist die Sache an dieser Stelle für mich nicht zu Ende. Denn wie heißt es so schön in der Werbung:
Krombacher – Aus frischem Felsquellwasser gebraut? Oder wie heißen die leckeren Wässerchen denn sonst so noch? Saskia-Quelle? Marinusquelle? Werretaler Quellbrunn?

Was für Quellen sollen das sein? Ein Wasserhahn an der Wand? Denn wie soll denn jetzt bitte das Abwasser aus dem Wasserkreislauf der Haushalte in die „Millionen Jahre alten Quellwasser Vorräte“ gelangen? Da stimmt also etwas ganz gewaltig nicht – Für mich stinkt das nach Betrug!

Denn entweder ist der Quellwasser-Anteil bei diesen Produkten so verschwindend gering, dass grade mal nur der Namenszusatz „Quelle“ erlaubt ist – oder unsere Kläranlagen speisen das Dreckwasser direkt in die „Quellen“ ein.

Es wäre jetzt sehr interessant zu wissen, wie sich das wirklich verhält. Ist das frische Felsquellwasser von Krombacher aus dem „Fels“ der Wand in dem der Wasserhahn der Stadtwerke einbetoniert ist?

Wie kann man das in Erfahrung bringen? Vielleicht sollte man mal ein Crowdfunding-Projekt starten um Geld für einen Dokumentarfilm zu dem Thema zu sammeln. Vielleicht habt ihr ja Ideen dazu. (Außer natürlich die Konzerne direkt anzuschreiben – man weiß ja wie zuverlässig man inhaltlich korrekte Aussagen von denen bekommt). Denn bei unserer Trinkwasserversorgung hört der Spaß für mich auf!

Ich freue mich schon auf eure Kommentare und bis dahin – Prost!

Quellen:
Bildmaterial: Paul Louis
NDR-Bericht, Zusammenfassung von n-tv

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