Reportage? Nein danke!

Journalist | Quelle: Pixabay.com | Lizenz: CC0 / GemeinfreiEs ist nur noch peinlich. Inzwischen scheinen die öffentlichen Medien Ihre Inhalte lediglich von den Presseagenturen abzulesen und unkontrolliert abzutippen.

Beinahe Wöchentlich hört man beispielsweise, dass große Nachrichtenportale Beiträge der Satire-Webseite „Postillion“ für bare Münze nehmen und quasi eins zu eins auf ihren Plattformen wiedergeben. Oftmals trifft es ausländische Medien, die mit deutschen Websites nicht so wirklich vertraut sind. Aber immer öfter werden auch deutsche Medien dabei erwischt.

So jetzt wieder geschehen beim Mitteldeutschen Rundfunk MDR, der offenbar einen satirischen Text des Postillion zur neuen Rechtschreibung unverändert in einen Radiobeitrag übernommen hat, wie der Postillion auf seiner Facebook-Seite berichtet.

Darüber hinaus findet man immer wieder Rechtschreibfehler in den hastig zusammen geklickten Berichten der Nachrichtenportale. Qualitätsjournalismus geht da definitiv anders.

Aber warum ist das so?

Neben der Tatsache, dass in der heutigen, schnellen Medienlandschaft stets alles im Hau-Ruck-Verfahren gemacht werden muss, hat das Fehlen von qualitativ hochwertigem, investigativen Journalismus einen ganz einfachen Grund: Er ist zu teuer geworden.

So berichtet beispielsweise der US-Journalist Greg Palast, dass er inzwischen für das „Rolling Stone“ Magazin schreibt, welches für seinen investigativen Journalismus bekannt ist und daher auch abseits der Rock’n’Roll-Fangemeinde gelesen wird. Der Grund dafür sei, dass die großen Medienhäuser einfach nicht mehr genug Geld für richtigen Journalismus ausgeben möchten.

Und das wird vermutlich auch in Deutschland der Grund sein, dass die täglichen News & Berichte wohl eher von Praktikanten zusammen geklickt werden.

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