Sonnenfreunde aufgepasst

SonnenuntergangEs ist endlich soweit – Der Sommer nähert sich mit schnellen Schritten – Die Frühlingssonne bringt uns die ersten schönen Tage.

Nichts ist so schön, wie ein ausgedehnter Spaziergang durch die wohlige, energiespendende Wärme unseres Zentralgestirns oder gar ein paar Stunden auf einer Wiese zu liegen.

Aber Vorsicht!

Viele Leute unterschätzen die Kraft der Frühlingssonne.
Bereits jetzt brennt die Sonne so stark wie im Hochsommer und das selbst in unseren Breitengraden. Bereits kurze Aufenthalte in der Sonne können sehr schnell zu Sonnenbränden führen und sogar das Risiko auf Hautkrebs enorm steigern.

Noch dazu haben wir derzeit auch in Deutschland mit den Auswirkungen des Ozonschwunds zu kämpfen. Und das voraussichtlich noch bis in den Juni hinein. In diesem Beitrag möchte ich kurz darauf eingehen, wie es dazu kommt – Und wie man sich am besten schützen kann.

Immer wieder wurde in den letzten Monaten davon geredet, dass sich unsere Ozonschicht langsam erholt und der nahezu internationale Stopp in der Produktion von FCKW-haltigen Produkten Früchte tragen würde. Das stimmt auch, aber dennoch hat die Ozonschicht in der letzten Zeit einen massiven Rückgang erlebt, sie ist sogar derzeit noch dünner als zu Zeiten der ersten Messungen in den 60er Jahren. Und da die Schutzschicht über der Arktis so stark betroffen ist, können gefährliche UV-Strahlen überall dort bis zum Boden vordringen, wohin auch die polaren Luftmassen hinwandern – Und das betrifft in diesem Frühjahr auch Deutschland.

Im Laufe des Monats wird mit einer Erholung der Ozonschicht gerechnet, nämlich dann, wenn sich die Luft soweit erwärmt hat, daß der Prozess der Zerstörung angehalten wird. Die schädlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffe oder kurz FCKW, die über Jahrzehnte freigesetzt wurden greifen die Ozonschicht nämlich erst bei Temperaturen unter -78°C an – Und die derzeitigen Temperaturen der oberen Luftschichten in der Stratosphäre liegen bei etwa -83°C.

Wieso hört man dann, daß sich das Ozonproblem weitestgehend gebessert hätte? Nun, das ist tatsächlich so, doch die FCKW, die bereits freigesetzt wurden zersetzen sich nur sehr langsam. Der letzte, extreme Winter, den wir überall auf der Welt hatten sowie eine starke Kältephase im Frühjahr haben die Erholung der Ozonschicht unterbrochen. Sobald die oberen Luftschichten sich im Sommer weitestgehend wieder erhitzt haben schließt sich die Lücke in unserer Schutzschicht wieder.

Immerhin soll es laut aktuellen Berechnungen nur noch bis zum Jahr 2030 dauern – Dann soll sich die Ozonschicht wieder soweit erholt haben, daß keine offenen Stellen mehr auftreten. Vielleicht wirkt sich das dann ja auch auf den Klimawandel aus.

Was tun um sich zu schützen?

Sonnenbrand sollte man natürlich auf keinen Fall unterschätzen. Es ist ja auch bereits allgemein bekannt, daß längere Sonneneinwirkung das Risiko von Hautkrebs enorm steigert. In der derzeitigen Situation würden bei empfindlicher Haut z.B. schon 20 Minuten Sonne ausreichen, um die Haut zu röten oder gar zu verbrennen. Jedes Jahr kommen in Deutschland 24.000 neue Fälle von Hautkrebs dazu – Eine gute Vorbeugung ist also – vor allem bei hellhäutigen Menschen und Kindern – absolut erforderlich!

Der beste Schutz vor Sonnenbrand ist natürlich längere Aufenthalte in der Sonne generell zu vermeiden. Das ist natürlich zum einen nicht immer realisierbar und zum Anderen auch total langweilig. Daher sollten Sonnenschutz durch Schatten, entsprechender Kleidung, Hüte/Cappys etc sowie ausreichendes Eincremen grundsätzlich zum Standard gehören. Und gerade das Eincremen wird häufig unterschätzt: Einer Studie des Berliner Charité zufolge konnte nachgewiesen werden, daß ausreichendes Eincremen nicht nur vor hellem Hautkrebs, sondern auch vor dem gefährlicheren, schwarzen Hautkrebs schützt!

Dazu gab es auch noch eine „Eincreme-Studie“ in welcher sich herausstellte, daß oft nur ein Viertel der benötigten Menge an Creme aufgetragen wird, selbst bei Cremes mit hohem Strahlenschutzfaktor. Hier gilt also: Lieber zuviel als zuwenig!

Jeder Mensch soll an sein persönliches UV-Konto denken, betonten die Ärzte. „Da wird ein Leben lang eingezahlt, aber nie etwas ausgezahlt“, sagte beispielsweise Professor Stockfleth. So könne nach 30 oder 40 Jahren irgendwann Krebs entstehen.

Was sollte man noch beachten?

Sonnen macht natürlich Spaß, wichtig ist es ausserdem – Nur so kann der Körper Vitamin D bilden. Zum „Braun-Werden“ alleine muss man aber nicht mal in die direkte Sonne. Ein Schattenplätzchen an der frischen Luft tut denselben Job. Wenn man aber dennoch gerne in die Sonne will, gibt es einige ganz hilfreiche Tipps.

Vermeidet auf jeden Fall die Mittags-Sonne. Am intensivsten ist die Strahlung zwischen 11 und 15 Uhr. Natürlich gilt trotzdem: Immer eincremen!

Wenn ihr im Schwimmbad seid, trocknet euch immer nach dem Schwimmen ab! Wasserblasen auf der Haut fokussieren die Strahlungseinwirkung, es kommt zum Lupen-Effekt! Nutzt ausserdem wasserfeste Sonnencreme – Nach dem Abtrocknen aber dennoch neu eincremen!

Auch wenn ihr am Wasser seid, ob im Schwimmbad, am See oder auch an hellen Umgebungen wie hellen Sandstränden ist zu beachten: Die Reflektionen der Oberflächen erhöhen die Strahlungsintensität! Das gilt auch für Glasscheiben und Gebäude! Also auch wenn man nur im Schatten sitzt sollte die Sonnencreme immer mit dabei sein! Auch die Reflektionen können noch die Haut verbrennen.

Sonnencremes immer kühl lagern wenn man sie länger nicht braucht, so halten sie besser!

Übrigens: Kleidung aus Seide, Jersey und Nylon reduzieren die Sonnenstrahlung nur zu 30%, Baumwolle immerhin zu 70%. Auch interessant zu wissen: Saunabesuche und Massagen machen die Haut empfindlicher gegenüber Strahlung!

Mythos Vorbräunen:

Die Mythbusters würden nun ihren BUSTED-Stempel draufhauen! Vorbräunen schützt nicht vor Sonnenbrand! Und Selbstbräuner sollten nur mit Lichtschutzfaktor verwendet werden!

Der Hauttyp bestimmt die zugehörige Eigenschutzzeit. Eigenschutzzeit ist die Zeitdauer die vergeht, dass sich bei ungeschützter Haut ein Sonnenbrand ausbildet. Welche Hauttypen (auch Phototypen bezeichnet), gibt es:

Typ 1: Helle oder blasse Haut. Viele Sommersprossen. Rötliches oder hellblondes Naturhaar. Eigenschutzzeit nur 5-10 Minuten. Wird fast nie Braun und bekommt fast immer schweren Sonnenbrand: Empfohlener Lichtschutzfaktor 20 und höher (insbesondere bei Nase, bzw. dem gesamten Gesicht).

Typ 2: Helle oder hellbraune Haut. Einige Sommersprossen. Blondes bis braunes Naturhaar. Eigenschutzzeit nur 10-20 Minuten. Wird nur schwach Braun und bekommt häufig schweren Sonnenbrand Empfohlener Lichtschutzfaktor mindestens 14.

Typ 3: Helle oder hellbraune Haut. Kaum Sommersprossen. Dunkelblondes bis braunes Naturhaar. Eigenschutzzeit nur 20-30 Minuten. Bekommt gute Bräunung und neigt wenig zum Sonnenbrand.
Empfohlener Lichtschutzfaktor mindestens 8.

Typ 4: Braune bis olivfarbene Haut. Keine Sommersprossen. Dunkles bis schwarzes Naturhaar. Eigenschutzzeit nur ca. 40 Minuten. Bekommt sehr gute dauerhafte Bräunung (wirkt selbst im Winter noch braun) und neigt kaum zum Sonnenbrand. Empfohlener Lichtschutzfaktor mindestens 4.

Der Hauttyp bestimmt im westlichen den Lichtschutzfaktor, den man verwenden sollte. Der Lichtschutzfaktor gibt an, um wie viele Male man länger in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Da die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Lichtschutzfaktoren nicht groß sind, lieber zu einem höheren Lichtschutzfaktor greifen. Die Gesundheit ist entscheidend, und nicht wie schnell jemand braun geworden ist.

Zum richtigen Sonnenschutz gehört auch eine geeignete Sonnenbrille. Die Brille sollte einen UV-Filter 400 besitzen! Auch Kontaktfilter sollten einen UV-Blocker besitzen. Wer beim Sonnenbaden liest, kann durch die Reflexionen der weißen Buchseiten seine Netzhaut schwer schädigen. Sonnenbrille deshalb immer beim Optiker kaufen. Da Sonnenbaden die Haut extrem austrocknet immer an die Pflege-Emulsion danach denken und nicht nur, wenn man einen Sonnenbrand bekommen hat.

Es gibt übrigens unterschiedliche Arten von Sonnenschutzmitteln! Manche müssen erst einziehen, andere müssen flächendeckender aufgetragen werden! Daher gilt: *IMMER* die Gebrauchsanweisung beachten!

Sollte man alle Schutzmaßnahmen beachten, dürfte es auch beim derzeitigen Zustand unserer Ozonschicht relativ sicher sein, sich in die Sonne zu begeben. Doch manchmal ist sicherlich jedem schon mal der Gedanke hoch gekommen: „Was ist das für ein Fleck? Ist das Hautkrebs?“

Wichtig ist dabei niemals in Panik zu geraten. Bei Verdacht einfach mal einen Arzt drauf schauen lassen, denn die Behandlungsmethoden sind heutzutage schon sehr gut. Manchmal kommt man sogar ohne Operation davon!

Was übrigens leider noch nicht sehr bekannt ist: Seit 2008 gibt es für Personen ab dem 35. Lebensalter ein kostenloses Hautkrebs-Screening bei jeder gesetzlichen Krankenversicherung.

Quellenangaben:

Karl Heinz Hermann – Wellness, Tipps & Sonnenschutz
WHO, Spiegel, Axel Bojanowski zum Thema Ozonschwund
Technologie und Forschung, Handelsblatt zum Thema Hautkrebsrate, Professor Eggert Stockfleth

Schreibe einen Kommentar