Stadt Essen erhöht Gebühren

Muell | Quelle: Pixabay.com | Lizenz: CC0 / GemeinfreiAlle Jahre wieder – Es wird teurer im Land.

Dieses Mal erhöht die Stadt Essen einige Gebühren für den öffentlichen Dienst. Zitat Radio Essen:

Die Müllabfuhr, das Abwasser und die Straßenreinigung sollen etwas teurer werden. Die Kosten bei den Entsorgungsbetrieben steigen unter anderem, weil es immer mehr Probleme mit wilden Müllkippen gibt. Billiger wird es dagegen beim Winterdienst, hier sinken die Gebühren fast um die Hälfte […]

Na, da freut man sich doch – Gleich mehrfach sogar!

Klar, wir leben in einer Sozialdemokratie und die Starken sollten zumindest theoretisch den Schwachen helfen. Dass das manchmal etwas weit hergeholt klingt lassen wir hier einmal kurz außen vor.

Den Punkt mit dem Abwasser kann ich ja noch verstehen. Immerhin muss das Wasser immer aufwändiger gereinigt werden, damit belastende Chemikalien wie Reste von Medikamenten oder auch Nanopartikel von Schminke und „High-Tech-Zahncreme“ wirklich aus dem Trinkwasser entfernt werden können.

Aber aufgrund von wilden Müllkippen sollen wir nun mehr bezahlen. Das finde ich unerhört. Klar, wir möchten alle eine saubere Stadt haben und ich selber habe ja auch bereits beklagt, dass überall Müll, zerbrochene Flaschen und anderer Scheiß auf den Gehwegen der Stadt rumfliegen. Aber inzwischen sind ganze Straßenzüge mit Müll vollgestellt und es wird immer mehr – Und immer an den gleichen Orten. Statt man da mal interveniert, Streife geht, Wache steht oder was auch immer und die ganzen Verantwortlichen zur Rede stellt, wird mal wieder der normale Bürger gemolken.

Selbst wenn man die nicht greifen kann – Man könnte ja immer noch die Vermieter dieser „Objekte“ mit in die Pflicht nehmen. Bestimmte Stadtviertel stechen da ja deutlich heraus.

Und Straßenreinigung? Mhh, ist lange her, dass ich so ein Fahrzeug mal gesehen hätte… 🙁

Aber hey, es wird billiger beim Winterdienst. Also zahlen wir nun immerhin nur noch die Hälfte für einen Dienst, den wir nicht erhalten. Meine Straße beispielsweise ist in einer sog. Zone 3 – Hier wird weder geräumt, noch gestreut noch sonst etwas. Im Winter 2010/2011 lag da so viel Schnee, dass man nicht einmal mehr den Bürgersteig freischaufeln konnte, da es nicht mehr genug Platz für die Schneeberge gab. Damals habe ich 2,5 Stunden geschuftet, um einen einzigen Parkplatz freizuräumen.

Und die Hauptstraßen? Klar, theoretisch sollte es da Winterdienst geben. Bis ~17 Uhr ist man damit in der Regel auch durch – sofern man, bevor der Winter ganz überraschend kommt – genug Streusalz gekauft hat. Jedenfalls rutschen die Autos morgens zwischen 7 und 8 immer noch über vereiste Straßen. 

Zugegeben: Ich weiß nicht, wie es im Stadtkern aussieht, da wird vermutlich schon früh gestreut sein. Aber was bringt das, wo doch 95% der Bürger außerhalb des Stadtkernes wohnen?

Also, lieber Herr Kufen – Vielleicht sollte man noch mal überlegen, ob man wirklich die sowieso schon überbesteuerten Bürger weiter belasten sollte – Oder erst einmal schaut, dass die Gelder die bereits zur Verfügung stehen auch korrekt eingesetzt werden.

Die Firma dankt!


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