Test – Der neue Rasierer von BOLDKING

Boldking | Quelle: Eigenes Foto | Lizenz: CC0 / GemeinfreiIm Moment bin ich irgendwie auf dem Testing-Trip. Keine Ahnung warum, aber ich habe derzeit einfach Lust dazu, Produkte zu testen und meine Erfahrungen anschließend mit euch zu teilen.

Auch hier nochmal der Hinweis: Ich bekomme für diese Tests kein Geld! Ihr könnt euch also darauf verlassen, dass die Tests ehrlich sind. Wenn das eines Tages mal anders sein sollte – oder wenn ich ein Produkt zum Testen „gespendet“ bekomme, dann werde ich definitiv darauf hinweisen. Und auch dann werde ich bei meinen Tests kein Blatt vor den Mund nehmen.

Dieses Mal teste ich aber keine Dampfe sondern einen Rasierer. Bevor der Test allerdings los geht, möchte ich noch kurz erklären, wie es dazu kam.

Der Hintergrund:

Ich bin so einer, der sich nicht gerne jeden Tag rasiert und auch schon mal mit einem „Drei-Tage-Bart“ durch die Gegend läuft. Da braucht man schon einen Rasierer, der eine angenehme Rasur auch bei Stoppelbärten ermöglicht. Und da ärgere ich mich seit Jahren schon rum.

Ich denke, dass ich bereits jeden Nassrasierer getestet habe, den es auf dem Markt so gibt. Von billigen Einweg-Unfällen bis hin zu den aktuellsten Geräten der großen Hersteller. Dabei ist mir immer wieder aufgefallen, dass die Klingen furchtbar schnell stumpf werden und dass man durchaus ein kleines Vermögen ausgeben muss um sich andauernd neue, völlig überteuerte Klingen zu kaufen. Wenn man da nicht mit einem klassischen Rasiermesser arbeiten möchte, stellt sich eher früher als Später die Frage nach einer brauchbaren Alternative.

Neulich im Spätprogramm eines Nachrichtensenders lief dann ein Werbespot von einem Gerät, welches verspricht, genau diese Alternative zu sein: BOLDKING – Der Rasierer eines kleinen Startups aus Amsterdam, NL.

Boldking Karton | Quelle: Eigenes Foto | Lizenz: CC0 / GemeinfreiErster Eindruck & Hinweise:

Knapp eine Woche nach der Bestellung kam das „große Starterpaket“ bei mir an. Bevor es aber an’s Eingemachte geht, möchte ich zunächst ein paar wichtige Hinweise geben.

Das BOLDKING-System arbeitet mit einem Abo-Service. Während der Bestellung wird man gefragt, in welchen Intervallen man neue Klingen erhalten möchte, die dann automatisch zugeschickt werden sollen. Ich persönlich halte von solchen Abo-Modellen aber gar nichts. Deswegen empfehle ich, diese Funktion während der Bestellung unbedingt zu deaktivieren. Glücklicherweise geht das recht einfach und ist transparent gestaltet. Ihr solltet aber auf keinen Fall unbedarft überall auf Weiter klicken.

Sollte man aus Versehen doch ein „Abo“ für neue Klingen oder anderes Zubehör abgeschlossen haben, so reicht es, sich auf der Webseite des Herstellers einzuloggen. Dort kann man jederzeit Abos im eigenen Profil hinzufügen oder eben wieder abbestellen. Wer sich letztlich für den BOLDKING als permanenten Rasierer entscheidet, kann mit einem solchen Abo aber ein paar Euro sparen.

Außerdem:

Wer sich dringend rasieren muss, sollte beachten, dass die Lieferzeit nach Deutschland derzeit immer um eine Woche beträgt. Die Klingen werden offenbar in den USA gefertigt – Das Startup selber befindet sich in den Niederlanden – Und das Produkt ist aus Frankreich gekommen. Interessant.

Boldking Verpackungsinhalt | Quelle: Eigenes Foto | Lizenz: CC0 / GemeinfreiPreisgestaltung, Lieferumfang & ein kleiner Tipp:

Das eben erwähnte Abo-Modell lässt sich wie gesagt glücklicherweise abschalten, das wäre ansonsten ein Kritikpunkt gewesen, der mich definitiv von der Bestellung abgehalten hätte. Preislich liegt das Starterset inklusive vier Klingen, dem Grundgerät, einem Halter, einer Aftershave-Creme und einem kleinen Büchlein mit Rasiertipps derzeit bei 15,00€. Auf der Webseite preist man das als Preisnachlass an – Der ursprünglich angegebene Preis von 20,00€ scheint mir aber ein sogenannter Commercial Discount zu sein.

Ihr solltet euch zunächst auf der Webseite registrieren aber keine Bestellung durchführen. Ein paar Tage darauf erhaltet ihr dann eine herzzerreißende doch kreative Email von BOLDKING, die sich von euch versetzt fühlen. Neben der Email gibt es dann aber noch zwei Euro Rabatt, so dass ihr das Starterpaket für 13,00€ ordern könnt.

Mit dabei ist übrigens auch noch ein Recyclingbeutel mit dem alte Klingen kostenlos zurück geschickt werden können. Der Beutel würde normalerweise 2,00€ kosten – Also ist es unwahrscheinlich, dass dieser Recyclingdienst angenommen wird. Abgesehen von der Tatsache, dass ich alte Klingen nicht wochenlang aufbewahre und sammle um diese dann gebündelt zurück zu schicken. Die Idee ist also zwar ganz nett wird aber vermutlich keine weite Verbreitung finden.

Boldking Klinge | Quelle: Eigenes Foto | Lizenz: CC0 / GemeinfreiKlingen & Rasiergefühl

In jedem „Kopf“ befinden sich drei Rasierklingen sowie eine Gummilamelle unten. Die oberste Klinge ist ganz am Rand des Gehäuses untergebracht, so dass man auch Bartansätze sauber schneiden kann und auch an schwer zugängliche Stellen wie beispielsweise den Bereich unter der Nase problemlos dran kommt.

Die Klingen sind in einem größeren Abstand zueinander angebracht als bei herkömmlichen Markenrasierern. Das soll Ziepen und Ziehen verhindern, da einzelne Barthaare immer nur von einer Klinge und nicht von mehreren Klingen zeitgleich erfasst werden.

In der Praxis klappt das allerdings nur bedingt, aber ich kann mir vorstellen, dass das von Mann zu Mann unterschiedlich sein könnte. Das hängt natürlich auch mit der Haarlänge zusammen, die geschnitten werden soll. Bei der ersten Rasur war dahingehend noch alles bestens doch bereits beim zweiten, dritten, vierten Rasieren hat es dann doch ab und an mal geziept und gezogen – Allerdings noch nicht so häufig wie bei anderen Rasierern.

Boldking Wand | Quelle: Eigenes Foto | Lizenz: CC0 / GemeinfreiIm ersten Moment kam mir der Rasierer sehr kalt und hart vor. Außerdem fühlte sich die erste Rasur durch das Fehlen von Aloe Vera-Streifen „ungewohnt“ an. Überraschenderweise war die Haut nach der Rasur aber nicht gereizter wie sonst auch. Wenn also aufgrund der Gummilamellen auf einen Aloe Vera-Streifen verzichtet werden kann, haben die Klingen grundsätzlich das Potential für eine längere Haltbarkeit.

Das Gehäuse der Klingen ist aus Hartgummi gefertigt, bietet aber ausreichend Flexibilität um auch schwierige Konturen spielend auszugleichen.

Die Rasur selber ist sehr sauber und geschnitten habe ich mich auch nicht. Von daher erst einmal Top.

Wenn man sich dann aber erst einmal an den Rasierer gewöhnt hat, läuft die Rasur flüssig und angenehm ab. Auch am Kinn musste ich im Gegensatz zu sonst nicht mehrfach nachrasieren. Einmal drüber und gut ist.

Das Aftershave-Gel wirkt sehr beruhigend und hat einen angenehmen Duft. Definitiv ein französisches Produkt. Aber wäre es nicht im Starterpaket mit drin gewesen, hätte ich vermutlich keine 5,00€ für 50ml ausgegeben, auch wenn der Preis an und für sich okay ist.

Das Gerät selber ist recht minimalistisch gehalten, liegt aber gut in der Hand und lässt sich gewohnt angenehm führen.

Ein Fazit:

Auch wenn sich die Rasur anfangs ungewohnt anfühlt, so hat der Boldking auf jeden Fall Potential. Die Rasur ist sehr sauber und die Klingen lassen sich hervorragend reinigen. Meine erste Klinge ist auch nach gut einem Monat noch scharf.

Bis dahin aber auf jeden Fall schon mal ein interessantes Angebot, welches sich preislich auch in einem guten Mittelfeld befindet. Ein Minuspunkt ist definitiv das Abo-System, welches man aber glücklicherweise bereits während der Bestellung abschalten kann.

An der Rasur ist nichts auszusetzen aber ich hatte bisher auch ab und an mal mit Ziehen und Ziepen bei der Rasur von Drei-Tage-Bärten zu kämpfen – Ganz ausschließen tut die neue Anordnung der Klingen dieses Problem also nicht. Geschnitten habe ich mich allerdings auch nach einigen Wochen noch nicht – Die Klingen sind äußerst robust und bleiben lange scharf.

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