Von Kernkraft, Jodtabletten und der ständigen Angst

Kernkraftwerk | Quelle: Pixabay.com | Lizenz: CC0 / GemeinfreiUnd schon wieder begleitet uns ein mulmiges und flaues Gefühl in der Magengegend: Das Innenministerium von Nordrhein Westfalen hat bekannt gegeben, dass alle Kommunen in NRW Jodtabletten zum Schutz der Bevölkerung vor radioaktiver Strahlung erhalten sollen.

Bähm – Das haut rein! Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, musste ich erst einmal einen Moment inne halten. Natürlich ist es eine gute Idee, der Bevölkerung bereits vorab die Medikamente für den Ernstfall zu geben – Mich beunruhigt nur. dass diese Maßnahme aber überhaupt erst in notwendig wird.

Denn die Ausgabe soll nun in Begleitung von Aufklärungskampagnen schnellstmöglich erfolgen – Und wir alle kennen unsere schwerfällige Bürokratie. Wenn man sich also nun so schnell an’s Werk macht, muss die Gefahr durchaus real sein.

Wir alle kennen die Horrorgeschichten rund um das Thema Kernkraft. Von den großen Störfällen, die letztlich dazu geführt haben, dass Deutschland seine Energiewende auf den Weg gebracht hat bis hin zu den mangelhaften Wartungen und den immer wieder auftretenden Problemen in den maroden Kernkraftwerken in unseren Nachbarländern. Und jetzt will die EU sogar wieder eine Subventionierung kleiner Kernkraftwerke an den Start bringen – Auf dass die strahlenden Dinger bald in jedem Häuserblock rumstehen.

NOAA Messung Fukushima | Quelle: US NOAA | Lizenz: Public DomainMan, Leute! Geht’s noch? Habt ihr nichts dazu gelernt? Der halbe Globus strahlt inzwischen und in mindestens drei Reaktor-Ruinen (von denen wir wissen) läuft noch für unzählige Jahre ein unterirdischer, unkontrollierter Kernspaltungsprozess. Der Preis ist einfach zu hoch:

Atomkraft – Die Illusion der billigen Energie

Und spätestens jetzt, wo die Regierung Jodtabletten an die Bevölkerung von NRW ausgibt sollte jedem klar sein, dass die Angst der Menschen vor dieser Technologie und ihren Folgen auch dann berechtigt ist, wenn die Kraftwerke in einem Nachbarland stehen.

Und dann denkt man gerade, man hätte die Meldung einigermaßen verdaut, und dann liest man einen Absatz weiter, dass die Jodtabletten nur an Personen bis zu einem Alter von 45 Jahren ausgegeben werden sollen. Wie jetzt? Haben wir dann doch nicht genug Geld, weil wir schon Banken im Ausland gerettet haben oder sind alle Menschen ab 45 nur noch gesellschaftlicher Ballast? Ein Schelm, wer dabei Böses denkt! Was kommt als Nächstes? Lebensberechtigungsscheine auf Basis der gesellschaftlichen Position?!?

Was muss denn noch alles passieren, bis die Regierungen dieser Welt einsehen, dass die Atomkraft keine Lösung ist? Statt einer weiteren Erforschung und Entwicklung dieser Technologie sollten mehr Forschungsgelder in Projekte wie Kernfusion, Wasserstoff-Kraftwerke, Gezeitenkraft und dergleichen investiert werden. Die Möglichkeiten sind schon lange da.

Eine Frage, E.ON: Wem wollt ihr euren Strom noch verkaufen, wenn es nur noch verstrahlte Wüsten gibt?

2 Gedanken zu “Von Kernkraft, Jodtabletten und der ständigen Angst

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