Was ist nur los mit NRW?

StadtEssen | Quelle: Pixabay.com | Lizenz: CC0 / GemeinfreiLaut einer aktuellen Studie des ZDF lebt es sich im Ruhrgebiet, also dem Herzen von NRW deutlich schlechter als in anderen Teilen des Landes.

Dabei ist das Ruhrgebiet die am dichtesten bevölkerte Stelle überhaupt. Bei so vielen Bürgern sollte man meinen, kommen die Investitionen von alleine.

Auch meine Heimatstadt, Essen, ist negativ aufgefallen.

Aber wem kann ich das schon verübeln – Sehe ich selber jeden Tag die Infrastruktur vor sich hinbröckeln. Woran liegt das nur?

Eine Meinung.

Glaubt man den offiziellen Statistiken, dann boomt das Ruhrgebiet. Die Stadt Essen hat erst neulich wieder gewaltige Flächen für die gewerbliche- und industrielle Nutzung freigegeben. Investoren strömen in die Stadt und überall entstehen neue Gebäudekomplexe.

Auch die EU fördert unsere Infrastrukturprojekte im Rahmen der „Grünen Hauptstadt Europas“. 

Doch trotz hunderter Baustellen überall im Stadtgebiet, muss man als Fußgänger auf den Bürgersteigen der Stadt Trekkingschuhe tragen und am besten noch ein Notfallkit bei sich tragen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind inzwischen so dermaßen überteuert, dass ich gezwungen bin, alles mit dem Auto zu erledigen. Fahrradfahren schließt sich aus Sicherheitsgründen und dem Mangel an Radwegen von selber aus – Wenngleich viele Radfahrer einfach auf die Bürgersteige wechseln und sich zum Teil rücksichtslos gegenüber den Fußgängern verhalten.

Dazu kommen katastrophale Feinstaubwerte durch LKW-Kolonnen auf jeder größeren Straße. Schlaglöcher. Bröckelnde Brücken. 

Währenddessen explodieren die Mietpreise trotz bestehender Mietpreisbremse. Alles in allem wächst der Unmut in der Bevölkerung und die unter der Oberfläche schwelende Aggressivität merkt man auch sofort, wenn man vor die Tür geht.

Und jetzt soll keiner mir kommen und auf den hohen Anteil Bürger mit Migrationshintergrund verweisen – Denn die machen einen Großteil unserer Wirtschaftsleistung aus! Ihr könnt euch ja mal anschauen, wer die ganzen, gut laufenden Geschäfte führt.

Nein, unser Problem ist an ganz anderer Stelle zu suchen: Organisation, Kommunikation, Regulierung.

Die allgegenwärtige, europäische Union ist dabei auch leider nicht ganz unschuldig.

Als Beispiel – um das Ganze mal etwas zu verdeutlichen – nehme ich mal die Umbauarbeiten, die in der Straße durchgeführt wurden/werden, in der ich wohne. Da ging es im Frühling letzten Jahres los: Halbe Straße plus Nebenstraßen gesperrt wegen der Installation neuer Wasserrohre. Soweit so gut.

Nach einigen Wochen hatte man das dann endlich erledigt und hat dann die Straße wieder zu gemacht. Das muss ja schon mal sein. Alles in Ordnung bis jetzt. Als die Bauarbeiter gerade die Sperrschilder abbauen wollten kam die nächste Truppe. Schnell wurde wieder alles aufgebaut und die Straße wieder aufgerissen. Dieses Mal für die Installation von Fernwärme-Leitungen.

Das ging dann bis November und jetzt hatten wir eine Weile Ruhe. Nun wird der zweite Teil der Straße aber schon wieder aufgerissen – Für die Installation von Fernwärmeleitungen. Hä?

Die Kommunikation zwischen den einzelnen Unternehmern und die Koordination durch die Stadt ist also schon einmal…. Ähm… Nicht gegeben.

Gleichzeitig habe ich erfahren, dass neue Aufträge für Straßensanierungen und Ähnliches nicht einfach von der Stadt an ansässige Unternehmen vergeben werden dürfen. Stattdessen müssen diese europaweit ausgeschrieben werden und haben eine Wartezeit in der Unternehmen aus der ganzen EU Ihre Angebote unterbreiten können. In dieser Zeit darf auch noch kein Angebot angenommen werden. Nach Ablauf des Zeitraumes muss das günstigste Angebot angeschrieben werden und die Unternehmen haben noch einmal eine Weile Zeit um Gegenangebote zu bringen.

So dauert es unter Umständen Monatelang bis dann eine Firma XYZ aus irgend einem EU-Land den Auftrag erhält und ggf. noch teuer anreisen muss. In der Zeit hätte ein ortsansässiges Unternehmen den Auftrag sicherlich schon erledigt. Und vermutlich sogar besser.

Und so kommt es zu einem gigantischen, verworrenen Geflecht aus Aufträgen und es wird auch schon einmal eine Baustelle vergessen. Bei einem Bekannten ist zB eine Straße nun im dritten Jahr komplett gesperrt – Ohne dass mal jemand auf der Baustelle gearbeitet hätte. Während die Beschilderung natürlich weiterhin gegen Miete aus der Stadtkasse bezahlt wird.

So Aktionen haben dann natürlich nicht nur Einfluss auf Wartungsarbeiten, sondern auch auf neue Projekte, Spielplätze und und und.

Das sind nur ein paar Beispiele für Misswirtschaft sowie den katastrophalen Zustand unseres Beschaffungswesens. Und meiner Ansicht nach ist dieser Umstand maßgeblich daran schuld, dass die Lebensqualität proportional zur Zufriedenheit der Bürger absinkt. Nicht nur bei uns in Essen, sondern in vielen Teilen NRW’s.

Bürokratie-Abbau und eine deutliche Entschlackung des Beschaffungswesens sollten hier sehr schnell eine deutliche Besserung bringen.

So! Ende der Ansprache, an die Arbeit.


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