Wir haben doch keine Zeit – Wenn Stress das Leben regiert

Stress | Quelle: Pixabay.com | Lizenz: CC0 / GemeinfreiUnd wieder erlebe ich es auf der Straße: Eine Mutter zieht ihr kleines Kind hinter sich her. Während dies versucht, die Eindrücke des plötzlichen Frühlingswetters in sich einzusaugen und das Leben zu genießen kommen auch schon die Sprüche: „Wir haben keine Zeit! Trödel nicht! Beeil Dich endlich!“

Ein paar Meter weiter die Klagen zweier älterer Damen: „Wo ist das Leben bloß hin?“ und „Schon wieder ein Jahr rum.“

Dann ein Blick auf mich selbst – Ist der Kleine wirklich schon 5 Jahre alt?

Wir rennen durch das Leben; lassen zu, dass Leistung, Stress und Druck unseren Alltag dominieren – Und geben diese Einstellung auch an unsere Kinder weiter. Doch wenn man diesen Kreis durchbrechen will, sollte man wissen, wie es überhaupt dazu kommt. Und sich ein paar ganz einfachen Tatsachen bewusst werden.

Zunächst sollte man sich den biologischen Hintergrund zu dem ganzen Dilemma anschauen. In Studien hat man herausgefunden, dass unser Gehirn eine Funktion für selektive Wahrnehmung besitzt. Neues wird bewusst aufgenommen, verarbeitet und dann abgespeichert. Wenn man dann erneut in der gleichen Situation ist, wird dieses Wissen quasi „im Hintergrund“ wieder geladen. Je mehr solch bekannter Situationen uns dann begegnen, desto mehr verbleibt das Gehirn also in diesem „Energiesparmodus“. Man nimmt diese Situationen also nicht mehr bewusst wahr und es erscheint der Eindruck, dass die Zeit schneller vergeht.

Um dem entgegenzuwirken gibt es bereits zahlreiche Ansätze. Man braucht dafür lediglich den Suchbegriff „Entschleunigung“ bei einer beliebigen Internet-Suchmaschine einzugeben. Da gibt es auch allerhand Tipps und Tricks zu – Von wissenschaftlichen Herangehensweisen bis hin zu esoterischen Ansätzen. Alles läuft im Grunde aber auf eine Sache hinaus: Man muss möglichst viele Situationen im Leben bewusst wahrnehmen. Mir hat ein Gedankengang dabei besonders geholfen:

Ich habe eines Tages eine Art Zwischenbilanz aus meinem Leben gezogen und habe mir vor Augen geführt, welche Phasen es in meinem Leben gab. Die frühe Kindheit, die Jugend, dann die rebellische Phase in der sich alles um laute Gitarren gedreht hat und dann noch einiges mehr, auf das ich besser hier nicht eingehe hehe. Jedenfalls kann es hilfreich sein, sein Leben in Phasen einzugliedern, denn diese Lebensabschnitte haben allesamt eine Sache gemeinsam: Unterschiedliche Herangehensweisen an die gleichen Situationen. In jeder Phase erleben wir ähnliche Dinge -Die wir jedoch – in Abhängigkeit von unserer inneren Einstellung – anders bewältigen. Und es gibt grundsätzlich immer mehrere Wege, etwas zu erledigen. So sollten wir stets versuchen, auch die eintönigsten Dinge neu zu erleben und bewusst nach Möglichkeiten suchen, den dazugehörigen Ablauf zu verbessern. So wird der Alltag wieder zum alltäglichen Erleben. Denn nichts ist wichtiger, wie bewusstes Denken.

Dabei sollten – wann immer möglich – positive Gedanken vorherrschen. Denn schnell versinkt man wieder in Gedanken und ist dann sofort wieder in diesem „Trott“ gefangen. Seid dankbar dafür, wenn plötzlich ein Auto bremst und quietscht und ihr dadurch aus den Gedanken und in die Gegenwart zurück geholt werdet – Denn das ist die Gelegenheit, die eigenen Gedanken bewusst zu steuern. Lasst euch auch nicht von Angst oder Sorge treiben – Denkt positiv. Alles, was ihr heute seid ist das Ergebnis von dem, was ihr bisher gedacht habt.

Und da sind wir dann auch schon beim Stress. Es ist absolut okay, wenn ihr euch und euren Kindern beibringen möchtet, Termine einzuhalten, pünktlich zu sein und zügig aber sorgfältig zu arbeiten. Doch es ist ebenfalls okay, wenn mal etwas liegen bleibt und nicht alles immer sofort klappt. Setzt euch nicht mehr selber unter Druck – Und lasst das auch nicht durch andere zu. Natürlich gibt es immer mal wieder Stress in der Arbeit – Das ist aber alles nicht so schlimm, als wenn ihr zulassen würdet, dass sämtliche Gedanken nur um solche Probleme kreisen.

Es gibt zwei berühmte Sätze, die man sich stets vor Augen halten sollte – Egal wie abgenutzt diese auch klingen mögen:

– In der Ruhe liegt die Kraft
– Gedanken werden Dinge

Das ist nicht einfach daher gesagt – Das ist Naturgesetz.

Wenn ihr das beherzigt, werdet ihr feststellen, dass auch ein Erwachsener Mensch die Welt noch wie durch Kinderaugen wahrnehmen kann. In diesem Sinne: Genießt das Leben!

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