Gartenterrorismus

Foto: kanegen, „Maple(Shinjyuku Gyoen)“, CC-Lizenz (BY 2.0) http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de Das Bild stammt aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.deEin – zugegeben von einer gewissen Wut untermalter – Gedankengang:

Wenn es um die schlimmsten Erfindungen der Menschheitsgeschichte geht, so kommt man neben Kernwaffen nach relativ kurzer Zeit auf jeden Fall zu Laubbläsern und Rasentrimmern. Das ganze Jahr hindurch dröhnt es aus allen Ecken der Stadt. Ruhige Minuten werden einem kaum gegönnt, geschweige denn entspanntes Telefonieren auf der Arbeit da ja auch zu Bürozeiten gleich unter dem Fenster kräftig geblasen und geschnibbelt werden muss. Und man zieht das nicht mal eben so durch – Nein! Aufheulen müssen die Dinger, immer und wieder neu ansetzen muss man und dann wieder und wieder und wieder… Aber ich schweife ab.

Ich frage mich, warum das sein muss? Meist sind es dann noch extrem laute, knatternde Benzin betriebene Teile. Bei Rasentrimmern und sonstige, Schneidewerkzeug kann ich das sogar noch halbwegs verstehen, doch ein Laubbläser?

Diese Dinger sind nicht nur extrem laut und nervig sondern auch noch total überflüssig. Wenn der Hausmeister von nebenan 4 Stunden braucht, um damit 10 Meter Gehweg frei zu bekommen, so sollte man darüber nachdenken, ob es sich dabei nicht um eine gescheiterte Technologie handelt. Denn man kann das Laub ja noch nicht einmal vernünftig auf einen Haufen bekommen.  Ich bin der Meinung, dass diese Dinger verboten gehören.

Neben der Lärmbelästigung kommt noch eine extreme Umweltbelastung hinzu. Es ist in Deutschland gesetzlich verboten, mit dem Auto unnötige Fahrten um den Block (sogenanntes Cruisen) durchzuführen. Auch ist es verboten, Motoren vor Häusern unnötig laufen zu lassen – Mehr als ein Mofa-Fahrer der lediglich seine Maschine nachjustieren wollte hat diesbezüglich schon unangenehme Erfahrungen mit den Ordnungshütern gemacht. Aber Laubbläser sind scheinbar von morgens bis Abends gestattet. Lächerlich.

Warum reguliert die EU hier nicht mal was? Ich finde, dass diese Geräte grundsätzlich nur noch mit extrem leise arbeitenden und Umweltschonenden Elektromotoren zugelassen und betrieben werden sollten. Diese Regelung würde ich auch auf alle anderen, maschinellen Gartenhilfen ausweiten, abgesehen mal von Kettensägen. Zudem würde ich Gartenarbeiten im öffentlichen Raum auf bestimmte Uhrzeiten beschränken.

Ich verstehe einfach nicht (und will auch gar nicht verstehen) wie es sein kann, dass man in einem Land rund um die Uhr Terror mir Gartenwerkzeugen aller Art machen darf, dann aber im gleichen Zug sofort die Polizei ruft, wenn ein Kind auf der Straße zu laut lacht. So langsam sollte damit mal Schluss sein! Die selben Anwohner, die sich über zu hohe Lautstärke von Spielplätzen oder Freibädern beschweren, stehen am Wochenende extra früh auf um in gammeligen, fettigen Gartenklamotten und mit Goldkettchen behangen ihre ach so tollen Krachmacher das vierte mal in der Woche über ihre gequälten Grünanlagen rumpeln zu lassen.

Naja bald ist zum Glück wieder Ruhe. Irgendwann ist auch das letzte bißchen lästige Natur zurechtgestutzt und weggerupft. Und dann kommt der Winter.

 

5 Gedanken zu “Gartenterrorismus

  1. Laubsauger wären eher sinnvoll, wenn auch nicht praktikabel.
    Laubbläser sind nur sinnvoll, wenn damit ein Weg gesäubert werden soll, nicht aber um es auf einen Haufen zu bringen.
    Wer Laub damit versucht auf einen Haufen zu blasen, den sollte man mit den Gerät windelweich prügeln.

  2. wegen „Belästigung“ und Gefahr (weil bewegtes Objekt) ….man kann es halt nicht sinnvoll begründen, warum man es erlauben sollte. Anders als mit den Laubbläsern zur Gartenarbeit.

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