Von Ebay, Paypal und Moneten

Geldsack | Quelle: Pixabay.com |Lizenz: CC0 / Gemeinfrei3,2,1… meins! So toll ist Ebay für den durchschnittlichen Käufer. Neue Produkte, gebrauchte Produkte, Ersatzteile – Es gibt eigentlich nichts, was es nicht gibt. Aber was bedeutet das für den Verkäufer?

Ich bin jetzt seit seit dem 13. April 2002 Mitglied bei Ebay, habe dort schon so einiges gekauft und verkauft. (Wobei das in letzter Zeit eher Käufe waren). Das hat früher auch so richtig Spaß gemacht – Doch als ich nun nach langer Zeit mal wieder ein paar alte Sachen bei Ebay verkaufen wollte, habe ich mich hinterher gut geärgert.

Hier einmal zwei Beispiele.

Eines Vorab: Das Konzept finde ich nach wie vor toll. Auch die Kommunikation mit Käufern, das Einstellen von Artikeln und die Datenpflege sind super strukturiert und machen nach wie vor Spaß. Was mir aber überhaupt nicht mehr passt, ist das Preismodell.

Früher hat man für ein eingestelltes Angebot eine fixe Gebühr bezahlt und dann noch ein paar Kröten extra, wenn man ein großes Galerie-Bild oder extra viele Fotos haben wollte.Dann kam noch ein minimaler Betrag für die abschließende Provision dazu.

Heute wird man gleich mit einem Angebot gelockt: Kostenfrei einstellen! Ja, das klappt auch – Das Einstellen ist auch kostenfrei. Aber das war es dann auch schon. Wenn man sich so um schaut, so sollte man grundsätzlich schon einmal kostenfreien Versand anbieten. OK, als privater Verkäufer kann man darüber streiten – Aber wenn man ein Produkt verkaufen möchte, welches bereits in großen Mengen durch andere Verkäufer feilgeboten wird, so ist das zumindest eine Option, die man sich im Hinterkopf behalten sollte.

Dazu kommt dann Paypal. Alles geht nur noch mit Paypal. Wenn man lediglich Überweisung anbietet, kommen bereits kurz nach dem Einstellen des Artikels dutzende Nachrichten, wieso man kein Paypal anbietet und dass man dies ja wohl vergessen hätte. Also Paypal – Alles klar!

So haben wir also zwei Beispielartikel drin, einen für 130,00€ und einen für 40,00€. Diese werden verkauft – Jipieh! Und das super schnell, das muss man der Plattform ja lassen. Beide Käufer bezahlen nun mit Paypal.In freudiger Erwartung geht also der erste Klick auf die Paypal Konto-Übersicht. Und da geht’s schon los:

Zahlungseingang für das Produkt zu 130,00€ –> 127,18€ – Rest Gebühr für Paypal.
Zahlungseingang für das Produkt zu 40,00€ –> 38,89€ – Rest Gebühr für Paypal.

OK, denkt man sich – Ist ein sicherer Dienst, mag gerechtfertigt sein. Dann rennt man zur Post um möglichst schnell zu verschicken. Pakete sind leider groß. Man erinnert sich an früher: Päckchen 3,80€, Paket 4,90€ -So war das doch immer oder?

Denkste! Ein „normales“ Paket von damals hat heute „Übergröße“ 7,00€ pro Paket.
Produkt 1: 130,00€ –> 127,18€ –> 120,18€
Produkt 2: 40,00€ –> 38,89€ –>  31,89€

Alles klar – Schade, sagt man sich. Und dann erinnert man sich. Moment mal. Früher hat man ja auch Paypal Gebühren bezahlt, da gehörte Paypal noch zu Ebay und irgendwie wurde das kostengünstig zusammen abgerechnet. Aber war da nicht was? Sind Paypal und Ebay jetzt nicht voneinander „unabhängig“? Ja sind sie. Aber bestimmt nur auf dem Papier. Damit man nicht eines sondern zwei Unternehmen hat. Und nicht eine sondern zwei Rechnungen schreiben kann. Denn jetzt kommt die Ebay Gebühr: Und zwar einmal 13,00€ und einmal 4,00€!!!1111einseinseinselfzwölf

Ergo:
Produkt 1: 130,00€ –> 127,18€ –> 120,18€ –> 107,18€
Produkt 2: 40,00€ –> 38,89€ –>  31,89€ –> 27,89€

Klopapier | Quelle: Pixabay.com | Lizenz: CC0 / GemeinfreiDas entspricht einem Verlust von 20 bis 30 Prozent je nach Verkaufswert. Weder die Verkaufsgebühren noch die aktuellen Transportkosten sind für private Verkäufer angemessen und ich kann jedem nur empfehlen, auf andere Dienste auszuweichen. Wer persönlichen Kontakt nicht scheut, sollte ggf. zu Ebays eigener, kostenfreier Alternative „Ebay Kleinanzeigen“ greifen. Ansonsten gibt es durchaus auch andere Verkaufsportale, bei denen sich ein Blick lohnt.

Transportunternehmen gibt es heute auch wie Sand am Meer – Liebe Leute von DHL: Schaut euch mal um! Unter eurer Konkurrenz gibt es sogar Paketzusteller, deren Fahrer bis in den 2.Stock kommen statt erst gar nicht zu schellen.(Wobei einer der für meinen Bereich zuständigen DHL-Fahrer ist echt super und schellt auch ein zweites Mal, wenn man aufgrund eines Meetings mit dem Porzellan-Gott mal nicht rechtzeitig an der Tür ist. Du bist cool! Die anderen finden aber wohl nur die Klingel der Mieter unten im Haus. Da sollte man darüber nachdenken, ob man den richtigen Beruf gewählt hat.)

Und zu Dir, liebes Ebay – Es war eine lange und sehr schöne Freundschaft mit Dir. Aber ich glaube, wir zwei passen nicht mehr zusammen und sollten von nun an getrennte Wege gehen.

2 Gedanken zu “Von Ebay, Paypal und Moneten

  1. Wow, dass die verbundenen Kosten für den Verkauf von Artikeln auf eBay mittlerweile so hoch sind, hätte ich nicht gedacht. Hab meinen Account auch schon seit 2003 und damals war das inserieren und verkaufen ja wirklich ganz anders. Mittlerweile kaufe ich auch gar nichts mehr, oder wirklich gelegentlich bei eBay. Das hat eigentlich keinen richtigen Grund, ich kaufe nur lieber in anderen bekannten Portalen, denn irgendwie ging der Reiz an eBay verloren.

    • Hallo Tom,

      danke für Deinen Kommentar.

      Ja, ich war auch sehr von den Gebühren seitens Ebay und Paypal überrascht. Man liest ja auch nicht jedes Mal die ganzen AGB und Updates durch. Man denkt sich nur: Hey, da habe ich früher immer verkauft – Das mache ich mal wieder. Und dann kommt die böse Überraschung. Damit es anderen Gelegenheitsverkäufern nicht auch so geht, gibt es ja nun diesen Beitrag. Echt schade, was da in der Zwischenzeit passiert ist. Vielleicht liest ja ein Scout von Ebay diesen Post und regt im Haus mal an, das Preismodell zu überdenken.

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